ThSV-Neuzugang im Interview Beneke erwartet eine schwere Saison

Thomas Levknecht

Ein Sinneswandel hat Max Beneke nach Eisenach geführt. Die Wartburgstädter hoffen auf viele Treffer des jungen Rückraum-Shooters.

Mit links in die Maschen: Max Beneke beim Torwurf. Foto: Frank Arnold/sportfotoeisenach

Dieser Transfer sorgte für Aufsehen: Max Beneke, seines Zeichens dreifacher Handball-Nationalspieler, läuft in der Saison 2025/26 im Trikot des ThSV Eisenach auf. Die Thüringer lotsten den 22-Jährigen auf Leihbasis vom Deutschen Meister Füchse Berlin an die Wartburg, wo er auf längere Einsatzzeiten hofft. Wir sprachen mit dem 1,98 Meter großen Linkshänder, der in Greifswald geboren wurde und in Loitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aufwuchs.

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Herr Beneke, wie kam der Wechsel von Berlin nach Thüringen zustande?

Ich hatte mir die Vorsaison bei den Füchsen Berlin, nach der Rückkehr vom 1. VfL Potsdam, anders vorgestellt. Ja, ich hatte mit Matthias Gidsel den besten Spieler der Welt auf meiner Position vor mir, doch ich hatte auf mehr Einsatzzeiten gehofft. Die Füchse Berlin wurden erstmals in ihrer Geschichte Deutscher Meister. Dieser Titel soll verteidigt werden, sicherlich mit der eingespielten Mannschaft. Ein Nachteil für mich. Es kam zu einem Überangebot auf meiner Position, da durch die Neuverpflichtung auch noch Fabian Wiede auf die halbrechte Position rückte. Ich sah keine Option zu mehr Spielzeit. Ein Wechsel zum Bergischen HC hatte sich zerschlagen. Die Saisonvorbereitung absolvierte ich komplett mit den Füchsen. Dann kam die Anfrage aus Eisenach. Beide Vereine nahmen Kontakt auf. Es gab schon am nächsten Tag das Treffen mit Eisenachs Trainer Sebastian Hinze. Am Donnerstag vor dem Wartburg-Cup war ich in Eisenach, unterschrieb am Tag darauf meinen Vertrag und trug wenige Stunden später schon das Trikot des Kultklubs von der Wartburg.

Wie lautet ihr erstes Zwischenfazit?

Anschnuppern war die ersten Tage angesagt. Ich wurde bestens aufgenommen und freue mich auf meine demnächst zu beziehende Wohnung in der Südstadt. Handballerisch verinnerliche ich System und Konzepte immer mehr. Wir arbeiten hart und sind auf den Saisonstart mit dem mitteldeutschen Derby gegen den SC DHfK Leipzig fokussiert.

Beim ThSV Eisenach kommen Sie in eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Ist das eventuell ein Vorteil für Sie?

Viele Bundesligisten setzen auf junge Spieler. Ich glaube, der ThSV hat einen sehr guten Mix. Der Kabinen-DJ sorgt für Musik für alle Geschmäcker. Und man wird früh erwachsen. Die Gesprächsthemen gleichen sich an, beispielsweise über andere Sportarten.

Der ThSV geht mit sieben Zugängen in die neue Spielzeit. Was glauben Sie, was der Mannschaft bevorsteht?

Ich sehe uns vor einer schweren Saison. Durch die beiden starken Aufsteiger ist die Bundesliga noch ausgeglichener geworden. Wir werden hauptsächlich unsere Punkte in der heimischen Halle, mit unseren Fans im Rücken, holen müssen, sicherlich insbesondere gegen Kontrahenten unserer Kragenweite. Wir wollen frühestmöglich punkten, um nicht in die Bredouille im Kampf um den Klassenerhalt zu kommen. Auch, um hintenheraus befreiter aufspielen zu können. Als junge Mannschaft gilt, sich Woche für Woche weiterzuentwickeln. Alle brauchen Geduld.

Wo sehen Sie Ihre persönlichen Stärken, wo besteht noch Nachholbedarf?

Ich besitze einen guten Wurf. Das Spiel Mann gegen Mann ist in der Offensive noch ausbaufähig. Ich sehe mich als einen soliden Deckungsspieler, muss aber im Eins-gegen-eins gegen schnelle Spieler besser werden, da bin ich noch zu langsam auf den Beinen.

Nach den Einsätzen in den Nachwuchs-Nationalmannschaften bestritten Sie im April 2023 drei Spiele in der deutschen Männer-Auswahl, erhielten zuletzt aber keine Einladungen mehr. Warum?

Aufgrund von Verletzungen anderer Spieler erhielt ich seinerzeit die Einladung zur Männer-Nationalmannschaft. Zuletzt habe ich wenig im Verein gespielt und konnte mich folglich nicht empfehlen. Wichtig ist jetzt für mich, in der Bundesliga zu zeigen, was ich draufhabe. Ich brauche Spiele und Spielzeit, um mir meine Routine wieder zu erarbeiten.

Was können Sie vom bisherigen Verlauf Ihrer Handball-Laufbahn berichten?

Mit fünf Jahren begann ich mit Handball im Verein beim HSV Peenetal Loitz. Mit zwölf Jahren kam ich zur Sportschule nach Potsdam. Im B-Jugend-Alter ging es zu den Füchsen. In der Saison 2020/21 habe ich mit Berlin die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend bejubelt. Mitte November 2021 debütierte ich in der ersten Mannschaft – und das gleich in der European League im Auswärtsspiel gegen Orlen Wisla Plock. Zur Saison 2022/23 kehrte ich zum 1. VfL Potsdam zurück, mit einem Zweitspielrecht für die Füchse Berlin. Mit 291 Toren wurde ich Torschützenkönig in der 2. Bundesliga und bin mit Potsdam in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Ab Sommer 2024 trug ich wieder das Füchse-Trikot.

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Alles, was Mama und Oma kochen. Ich freue mich, wenn ich zuhause bin. Dann gibt es immer etwas Leckeres, deutsche Küche. Während der Woche koche ich oft selbst und achte darauf, dass es nicht so fettig ist. Bei Mama und Oma darf es dann schon mal ein bisschen kalorienreicher sein.

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