ThSV Eisenach unterliegt Berlin Heißblütiger Handball bei 30 Grad

In der brütend warmen Werner-Aßmann-Halle bestätigen die Gäste ihre Favoritenrolle. Der ThSV überzeugt mit beeindruckender Moral, insgesamt fallen 79 Tore.

Welthandballer gegen Top-Torhüter: Der Berliner Mathias Gidsel trifft in dieser Szene gegen ThSV-Schlussmann Matija Spikic. Foto: imago/Martin Herbst

Charme hat sie, die 1984 eröffnete Werner-Aßmann-Halle in Eisenach. Eine gescheite Lüftung hat sie nicht. Und so wurde das Heimspiel der Eisenacher Bundesliga-Handballer gegen DHB-Pokalsieger Füchse Berlin am Freitagabend bei Hallen-Temperaturen von 30 Grad zur schweißtreibenden Angelegenheit.

Nach der Werbung weiterlesen

Dass der Tabellenzweite aus der Hauptstadt beim teilweise vogelwilden Torfestival am Ende mit 41:38 die Nase vorne hatte, überraschte nicht. Doch die Gäste mussten alles in die Waagschale werfen, um die widerborstigen Wartburgstädter in Schach zu halten. Beste Werfer waren der Schwede Oskar Joelsson (acht Tore) für den ThSV und Mathias Gidsel (12) für Berlin.

Die Partie begann mit der Eisenacher Führung durch Tilman Leu nach 57 Sekunden. 6:13 Minuten dauerte es, bis sich Gidsel erstmals in der Torschützenliste verewigte. Der dreimalige Welthandballer aus Dänemark tankte sich auf unnachahmliche Art durch die ThSV-Abwehr und traf zum 3:3.

Wer dachte, dass die Berliner nun davonziehen würden, hatte die Rechnung ohne Matija Spikic gemacht. Eisenachs kroatischer Torhüter war nicht nur wegen der Hitze auf Betriebstemperatur, bis zur 20. Minute gelangen ihm bereits fünf Paraden. Auch die erste Zwei-Tore-Führung der Füchse in der 22. Minute – durch Gidsel, wen sonst – steckten die kampfeslustigen Thüringer weg und gingen mit einem achtbaren 14:17-Rückstand in die Halbzeit.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs drückten die Gäste aufs Gas und enteilten auf fünf Tore. Wie reagierte Eisenach? Das Team von Trainer Sebastian Hinze schüttelte sich kurz und legte die Niemals-aufgeben-Mentalität an den Tag, die das Team schon über die gesamte Saison hinweg auszeichnet.

Als Vincent Büchner in der 46. Minute zum 28:28 ausglich und Kapitän Peter Walz wenige Sekunden später sogar zur Führung traf, wackelte die Wartburg in den Grundfesten. Düpieren ließen sich die Füchse trotzdem nicht. Sie ruckten noch einmal an, lagen in der 53. Minute wieder mit 35:32 in der Vorderhand und brachten die Führung im Stile einer Spitzenmannschaft ins Ziel.

Weiter geht es für den ThSV am Donnerstag mit dem Gastspiel beim Ex-Eisenacher Marko Grgic und seinem neuen Arbeitgeber SG Flensburg-Handewitt, ehe die Saison am kommenden Sonntag (7. Juni, 15 Uhr) vor heimischer Kulisse gegen den HSV Hamburg ausklingt. Die Füchse sind noch eine Woche länger im Einsatz. Sie haben sich ebenso wie der SC Magdeburg, Aalborg HB und der FC Barcelona für das Endrundenturnier der Champions League am 13. und 14. Juni in Köln qualifiziert.