ThSV Eisenach Die Wurfquote ist das Problem

Thomas Levknecht

Die Heimniederlage in der Handball-Bundesliga gegen die MT Melsungen lässt sich mit statistischen Zahlen erklären.

Hadert mit der Niederlage: Fynn Hangstein. Foto: imago/Bild13

Was lange Zeit nach einer Überraschung aussah, endete ernüchternd: Eisenachs Handballer sind nur knapp am ersten Paukenschlag der neuen Bundesliga-Saison vorbeigerauscht und haben sich am Sonntagabend in heimischer Halle der MT Melsungen mit 27:29 beugen müssen, obwohl sie zur Pause noch 15:12 vorne lagen.

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„Die erste Halbzeit läuft wirklich super für uns, wir gehen mit einer Dreitoreführung in die Kabine“, resümierte Rückraumspieler Fynn Hangstein. „Und dann verwerfen wir zu viele Bälle, lassen freie Würfe aus. So etwas rächt sich gegen einer der Top-Mannschaften der Liga, die das nach dem Seitenwechsel sehr abgezockt gemacht hat.“

Sebastian Hinze, der Trainer des ThSV Eisenach, zog nach dem dritten Saisonspiel ein ähnliches Fazit wie Hangstein: „Im ersten Abschnitt haben wir sehr gut verteidigt, im Angriff geduldig gespielt und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit war unsere Abschlussquote zu niedrig. Das darf nicht passieren, wenn man Melsungen bezwingen will.“

In Zahlen ausgedrückt, landeten 64 Prozent der Eisenacher Torwürfe im Kasten. Bei den Gästen lag diese Quote bei 74 Prozent. Hinzu kam, dass Melsungens Trainer Roberto Garcia Parrondo im zweiten Durchgang mit der Herausnahme des Torhüters bei ei-genen Angriffen und der Einwechslung eines zusätzlichen Feldspielers ein probates Mittel fand, um die ThSV-Abwehr stärker unter Druck zu setzen. „Es war ein hartes Match und ein großer Kampf meiner Mannschaft in einer besonderen Atmosphäre“, fasst der Spanier seine eindrücke zusammen. „Ich bin stolz, dass wir unsere vielen verletzten Spieler so gut ersetzen konnten. Denn es ist nicht leicht, in Eisenach zu spielen.“

Der ThSV steht nach drei Partien bei 2:4 Punkten – eine Bilanz, die den Erwartungen entspricht. „Trotzdem ist es ärgerlich, denn wir waren gut im Spiel“, meinte Hangstein. „Wir müssen uns an der ersten Hälfte hochhangeln.“ Nächster Gegner sind die Rhein-Neckar Löwen, gespielt wird an diesem Samstag (19 Uhr) in Mannheim.