Dass es niemals genügt, ist keine Frage. Dass niemand von außen den lebenslangen Schmerz einer vergewaltigten Frau nachvollziehen kann, auch nicht. Wichtig ist es trotzdem, darüber zu sprechen. Immer wieder. Egal, wo. Gleich, ob das Thema nicht erschöpfend be- und verhandelt werden kann. Nach „Prima Facie“, dem Monolog einer Frau, die beide Seiten der Justiz kennengelernt hat – als Rechtsanwältin, die Vergewaltiger verteidigt hat, als Frau, die den Freispruch des Mannes, der sie vergewaltigt hat, hinnehmen muss – wird darüber gesprochen. Von und mit denen, die mit dem Theaterstück von Suzie Miller, gegeben von Evelyn Fuchs, im Schwurgerichtssaal am Landgericht Meiningen zu tun haben, und von denen, die mit dem Justiz-Alltag zu tun haben: Beate Meißner (CDU), Juristin und Ministerin für Justiz, Migration und Verbraucherschutz in Thüringen; Manuela Pallasch, Vorsitzende Richterin und Joachim Raithel, Vizepräsident am Landgericht Meiningen; Evelyn Fuchs, Schauspielerin, Yannick Fischer, Regisseur, Frank Behnke, Schauspieldirektor am Staatstheater Meiningen. Und, was sonst im Theater unüblich, im Gericht unmöglich ist: Das Publikum kann, darf, soll mitreden.
Thema Vergewaltigung Theater im Gericht, Alltag im Gericht
Maria-Theresia Wagner 07.06.2026 - 19:32 Uhr