Thema Pflegestützpunkt Mehr Beratung, aber kein Allheilmittel

Caroline Berthot
Mehr Beratung zur Pflege soll ein Pflegestützpunkt in kommunaler Hand bringen. Foto:  

Erneut wurde im Sozialausschuss besprochen, ob Suhl eine Beratung zur Pflege in kommunaler Verantwortung braucht. Es gibt durchaus unterschiedliche Ansichten zu dem Thema.

Die Mitglieder des Sozialausschusses kamen dieser Tage erneut auf das Thema Pflegeberatung zu sprechen. Wie schon in der vorherigen Sitzung sprach sich Linke-Stadträtin Ina Leukefeld dafür aus, die frühere Entscheidung, keine solche Beratung auf kommunaler Ebene in Suhl zu etablieren, zu überdenken. Auch Stadträte anderer Fraktionen sahen Rede- und Handlungsbedarf bei dem Thema.

Frühere Entscheidung ist zu überdenken

„Die Problematik hat zugenommen. Außerdem gibt es neue Gesetze, mehr Angebote, andere Möglichkeiten als damals“, begründete Ina Leukefeld ihr Anliegen, die Entscheidung zur Pflegeberatung zu revidieren. Sie kündigte an, dass ihre Fraktion einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat einbringen wolle.

Die Stadträtin betonte, dass ein kommunales Angebot die von Pflegediensten oder Heimbetreibern nicht ausschließe. Die professionellen Anbieter leisteten ihren Beitrag, doch dies reiche nicht aus, um den Beratungsbedarf zu decken. „Die Leute wissen nicht, wohin sie sich wenden können und welche Angebote es gibt“, so Ina Leukefeld. „Der Bedarf ist da.“

Mehr Beratung löst nicht alle Pflege-Probleme

Dem wollte Bürgermeister Jan Turczynski gar nicht widersprechen und führte auch aus, dass alle Pflegeversicherten Anspruch auf Beratung haben. „Aber da sind die Kassen in der Pflicht. Die Stadt ist an sich raus“, sagte er. Ein Pflegestützpunkt, wie es ihn beispielsweise im Kreis Schmalkalden-Meiningen gebe, sei eine Möglichkeit, Beratungsangebote zu schaffen.

So eine unabhängige Einrichtung habe jedoch auch ihren Preis, meinte der Bürgermeister. Es gebe ein Fachkräftegebot, man brauche also qualifizierte Kräfte, die sich auskennen. Zudem machte Jan Turczynski deutlich, dass eine niedrigschwellige Beratung kein Allheilmittel sei: „Wir lösen damit keine Probleme. Eine Beratung schafft keine Kurzzeitpflegeplätze oder sorgt für mehr Fachkräfte in der Pflege“.

Wieso nicht in der ältesten Stadt Deutschlands?

In anderen Bundesländern gebe es dennoch in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt einen Pflegestützpunkt, wusste Stadtrat Bernhard Hofmeier (Grüne) zu berichten. „Wieso dann nicht in Suhl?“, fragte er in die Runde. „Es wäre schön, wenn man die Patienten, die zum Thema Pflege Fragen haben, an eine zentrale Stelle in der Stadt verweisen könnte, wo sie beraten werden“, sagte der Mediziner und ergänzte, dass er und seine Kollegen im Alltag keine Pflegeberatung leisten könnten.

Gerade in der ältesten Stadt Deutschlands müsse über die Einrichtung eines Pflegestützpunktes nachgedacht werden, bekräftigte Ina Leukefeld und sprach sich für eine mögliche Kooperation der Stadt mit dem DRK aus, das bereits Kurse rund um die Pflege anbietet. Auch der Ausschussvorsitzende Lars Jähne (CDU) meinte, dass man das Ganze einmal durchspielen müsse. „Wir können das nicht einfach abbügeln.“

 

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