Theater Vorschau Dezember: Weihnachten mit Herz, Casapietra und Fettnäppchen

Berit Richter
Zu Weihnachten gitb es im Theater eine Operettengala mit dem Sorbischen National-Ensemble. Foto: Theater

Der Dezember ist im Arnstädter Theater traditionell der Monat mit den meisten Veranstaltungen im Jahr. So auch 2022. 21 öffentliche Aufführungen gibt es zwischen dem 1. und 31. des Monats, darunter eine Freiluft-Premiere.

Die Vorweihnachtszeit ist fürs Theaterteam eine arbeitsintensive. Nicht nur, dass der Dezember in der Regel der Monat mit den meisten öffentlichen Aufführungen ist, hinzu kommen geschlossene Veranstaltungen wie die die Schulaufführungen des Weihnachts-Musicals und die Seniorenweihnachtsfeier. Und nicht nur im Theater wird gespielt, erstmals ist das Theaterteam auch Open Air auf dem Weihnachtsmarkt präsent. Das Programm im Dezember ist gewohnt vielfältig.

Die Weihnachtsgeschichte, Donnerstag, 1. Dezember, 18 Uhr: In stimmungsvoller Kulisse auf dem Weihnachtsmarkt direkt neben dem historischen Rathaus können sich die Besucher auf eine Aufführung freuen, welche die traditionelle Geschichte rund um die Geburt des Christkindes als Familien-Musical open air zeigt. Es beginnt damit, dass Kaiser Augustus die Menschen im Römischen Reich zählen lässt. Josef aus Galiläa begibt sich mit der schwangeren Maria nach Bethlehem, wo Jesus in einem Stall geboren wird.

Weitere Termine: 2. Dezember, 16 Uhr; 3. Dezember, 16 und 18 Uhr; 4. Dezember, 14 und 16 Uhr.

Ein Abend mit Richard Burton & Liz Taylor, Freitag, 2. Dezember, 19.30 Uhr: Sie begannen mit einem aufsehenerregenden Skandal, machten ihre Liebe, die gegenseitige Anziehung, ihren Streit, den Reichtum und ihre Süchte öffentlich und wurden so zum Glamourpaar der Swinging Sixties: Elizabeth Taylor und Richard Burton. Die Waliserin Lauren Frances, selbst ein Opernstar, schrieb ein mal lustiges, mal ergreifendes Theaterstück über die beiden und spielt neben Franz Garlik die Hauptrolle.

Magic Gregorian Voices, Samstag, 3. Dezember, 19.30 Uhr: Acht bulgarische Ausnahmesänger mit kraftvoller und stimmgewaltiger Leidenschaft entführen ihr Publikum in den Kosmos der christlich-mittelalterlichen Liturgiegesänge und der mystischen Atmosphäre dieser Zeit. Das Ensemble steht unter der versierten Leitung des renommierten Opernsängers Georgi Pandurov. Fest in der Tradition der orthodoxen Kirchenmusik und der Gregorianik des Mittelalters verwurzelt spannt es den Bogen über geistliche Lieder der Renaissance und des Barocks bis hin zu Klassikern der Popmusik wie das „Halleluja“ von Leonard Cohen.

Kabarett Fettnäppchen, Freitag, 9. Dezember, 19.30 Uhr: Das Gastspiel der Geraer Kabarettisten um Eva-Maria Fastenau gehört schon seit Jahren zur Vorweihnachtstradition im Theater. Diesmal heißt das Programm: „Advent, Advent, das Christkind pennt.“ Der Hilfsweihnachtsmann arbeitet seit Corona bei Amazon und alleine wird Santa Claus wohl den Weihnachtsstress nicht bewältigen. Wie gut, dass ihm da noch das Christkind als Gabenbringer einfällt. Aber das pennt und ist nicht mehr auf Arbeit eingerichtet.

Neue Fälle für Sherlock Holmes, Samstag, 10. Dezember, 19.30 Uhr: Das Filmtheater aus Köln bringt einen weiteren Klassiker in Schwarz-Weiß-Optik auf die Bühne. Im viktorianischen England bahnt sich eine Krise an, die ganz Europa ins Verderben stürzen könnte. Nur einer kann die Katastrophe noch verhindern: Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Ihm zur Seite steht natürlich der besonnene und gutmütige Dr. Watson. Der neue Fall beginnt mit dem Auftauchen eines geheimnisvollen Maskierten, der Holmes beauftragt, die schöne, unnahbare Abenteurerin Irene Adler zu beschatten. Als dann auch noch Inspektor Lestrade um Mithilfe bei einem weiteren Mordfall bittet, läuft Holmes zur Hochform auf.

Die kleine Zauberflöte, Sonntag, 11. Dezember, 15 Uhr: Mozarts Oper als interaktives Musiktheater zum Mitsingen und -spielen für Kinder und Jugendliche. Der junge Prinz Tamino wird von der Königin der Nacht ausgewählt, um ihre Tochter Pamina zu retten. Der Vogelfänger Papageno wird ihm mit dem Versprechen, er werde eine junge, schöne Papagena finden, zur Seite gestellt. Tamino erhält eine Zauberflöte, Papageno ein magisches Glockenspiel.

Kino für jung und alt „Monsieur Claude und sein großes Fest“, Mittwoch, 14. Dezember, 10 Uhr: Monsieur Claudes Spaziergänge durch sein Heimatstädtchen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Er und seine Frau Marie sind seit den Hochzeiten ihrer vier Töchter zwar gestählte Profis im Anzapfen tiefster Toleranzreserven, doch die sind allmählich aufgebraucht, denn die ungeliebten Schwiegersöhne sind jetzt auch noch ihre Nachbarn. Indes fragt sich Marie, wie es eigentlich um ihre Ehe bestellt ist. Ihr 40. Hochzeitstag steht bevor. Claude verspricht ein romantisches Abendessen und ahnt nicht, dass die Töchter still und heimlich sein persönliches Armageddon planen: Eine XXL-Familienfeier mit allen Schwiegereltern.

Weihnachtszauber mit Katharina Herz, Mittwoch, 14. Dezember, 16 Uhr: „Die Weihnachtszeit ist für mich immer etwas ganz Besonderes. Diese Emotionen, die Gefühle, die man in der Adventszeit verspürt, sind unbeschreiblich. Ich möchte mein Publikum nach der kulturarmen Zeit wieder auf eine zauberhafte, musikalische Reise mitnehmen und sie mit ihrem ganzen Herzen in vorweihnachtliche Stimmung bringen“, sagt die Ilmenauer Sängerin. All das mit ihren Liedern, aber auch mit zu Herzen gehenden, anheimelnden Texten und Gedichten.

Renft akustisch, Freitag, 16. Dezember, 19.30 Uhr: Von 1967 bis 1975 war die aus Leipzig stammende Klaus Renft Combo (ab 1974 Renft) eine der ersten „Beat-Bands“, deren Sänger deutsch sangen, und entwickelte sich zu einer der bekanntesten und beliebtesten Rockgruppen der DDR. Immer wild und unberechenbar wurde Renft durch das Verbot 1975 zur Legende. Nachdem inzwischen sechs frühere Bandmitglieder verstorben sind und zwei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr live auftreten können, ist Leadsänger Thomas „Monster“ Schoppe der letzte Überlebende einer Band, die für die Entwicklung der Rockmusik der DDR prägend war. Ihm zur Seite stehen zwei Urgesteine der DDR-Rockmusikszene – Gitarrist Gisbert „Pitti“ Piatkowski und der Ex-Puhdys-Bassist Peter Rasym – sowie der junge Schlagzeuger Tobias Ridder.

Gogol & Mäx, Samstag, 17. Dezember, 19.30 Uhr: Wenn im ehrwürdigen Theatersaal klassische Musik erklingt und sich das Publikum vor Lachen und Staunen kaum auf den Stühlen halten kann, dann sind die vielfach preisgekrönten Musikkomiker Gogol & Mäx am Werk. Sie sind die Paradiesvögel in der Welt der klassischen Musik und sorgen mit ihrem zwerchfellerschütternden, tempo- und geistreich ausgefochtenen musikalischen Feuerwerk der Töne seit nunmehr 30 Jahren für unvergessliche Abende. Dabei haben sie gut zwei Dutzend Instrumente im Gepäck.

Björn Casapietra, Mittwoch, 21. Dezember, 19.30 Uhr: „Die schönsten Himmelslieder und Weihnachtslieder“ hat der Sänger sein Programm überschrieben. Dabei bleibt er seinem Motto treu: Musik muss Herz und Seele berühren sowie Hoffnung und Zuversicht unter die Menschen bringen, besonders in unruhigen Zeiten. Welche Lieder vermögen dies besser, als vertonte Gebete – seit nunmehr 20 Jahren sind sie Teil von Casapietras Charterfolgen.

Operettengala „Du bist die Welt für mich“, Sonntag, 25. Dezember, 19.30 Uhr: Wenn Tanzpaare im Dreivierteltakt über die Bühne schweben und der Walzer den Geigen auf den Saiten tanzt, dann ist das Sorbische National-Ensemble mit seiner Operettengala „Du bist die Welt für mich“ in Arnstadt zu Gast. Der Reiz der Operette liegt besonders in ihrer berührenden Musik. Das Ensemble hat aus der großen Vielfalt die schönsten Arien, Duette, Musical- und Walzermelodien ausgewählt. Ausdrucksstarke Solisten und das ensembleeigene Ballett verleihen dem Abend das besondere Extra. Neben der stets präsenten Strauss-Dynastie erklingen unter anderem Werke von Franz Lehár oder Richard Tauber. Obendrein gibt es auch die ein oder andere Kostprobe sorbischer Unterhaltungsmusik.

Musical „Der Glöckner von Notre Dame“, Montag, 26. Dezember, 16 Uhr: Nach der Premiere am ersten Advent kommt die neue Familien-Musical-Eigenproduktion erneut auf der Bühne. Der schillernde Roman Klassiker von Viktor Hugo hat einen festen Platz unter den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Schon oft wurde er verfilmt. Die bekannteste Version stammt wohl von Walt Disney, der das Werk 1996 als Zeichentrickfilm in die Kinos brachte. „Der Glöckner von Notre Dame“ erzählt das mittelalterliche Leben in Paris, in dem der missgestaltete Glöckner Quasimodo in der bedeutendsten Kirche des Landes lebt. Seine selbstlose, aber heimliche Liebe zu der feurig-schönen Esmeralda entwickelt sich leider nicht ganz einfach.​

Pure Irish Drops, Dienstag, 27. Dezember, 19.30 Uhr: Irischer Tanz und irische Musik, das sind „Pure Irish Drops.“ Bob Bales (Busuki und Gitarre) – geboren in der Grafschaft Mayo in West Ireland –, Judith Wache (Violine und Gesang), Michel Crosio (Keyboard und Piano) und Harry Sawatzki (Bodhran Trommel) wollen für einen außergewöhnlichen und stimmungsvollen Konzertabend sorgen. Mit dabei ist Tänzer Gyula Glaser, der bereits dreimal Irish Dance-Europameister und viele Jahre Tänzer bei „Gaelforce Dance“ war. Mitreißende Instrumentalmusik, Gesang und irische Geschichten gepaart mit der bekannten irischen Tanzfreude und tiefer irischer Lebenslust wollen dem Publikum die Traditionen der Grünen Insel näherbringen. Die Veranstaltung wurde vom 11. September verlegt. Bereits gekaufte Karten behalten Gültigkeit.

Jubiläumskonzert Jazzy Duo, Mittwoch, 28. Dezember, 19.30 Uhr: Seit 15 Jahren stehen die Arnstädter Geschwister Jessica und Philipp Jacob gemeinsam als Jazzy Duo auf der Bühne. Ihr Jubiläum wollen sie mit alten Liedern und neuen Songs von der am 16. Dezember erscheinenden CD „Du und ich“, mit Überraschungen und natürlich mit ihren Fans feiern.

Silvesterkonzert mit der Jenaer Philharmonie, Samstag, 31. Dezember, 15 Uhr, Silvesterkonzert: Nach einigen Jahren Pause wegen anderer Verpflichtungen des Klangkörpers beziehungsweise Corona-Lockdown kehrt das traditionelle Silvesterkonzert mit der Jenaer Philharmonie zurück. Das genaue Programm ist noch eine Überraschung.

Der für den 4. Dezember geplante „Advent unterm Sternenhimmel“ fällt aus, da der Veranstalter die gesamte Tournee mit den Volksmusikstars absagte. Für alle Veranstaltungen außer dem Silvesterkonzert gibt es noch Tickets.

Weitere Informationen unter:

www.theater-arnstadt.de

 

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