Provinz? Welche Provinz? „Wo ich bin, ist keine Provinz!“ – ein Satz, der zum Standard-Repertoire von Markus Lüpertz gehört. Gesagt hat er ihn in Meiningen zum ersten Mal vor zweieinhalb Jahren, als auf der Bühne des städtischen Theaters „La Bohème“ Premiere feierte – die erste Oper, für die er nicht nur Bühnenbild und Kostüme gemalt, sondern bei der er sich auch als Regisseur ausprobiert hat. Ein Verlangen sei ihm das damals gewesen. Ihm, der das Musiktheater liebt wie kaum ein anderer, und davon eine ganz im positiven Sinn archaische Vorstellung hat. Ihm, dem das sogenannte Regietheater ein einziges Gräuel ist, der „ganze Kitsch und all das andere“ – aber das Singen direkt an der Rampe, zum Publikum gewandt, der Höhepunkt einer Opernaufführung. Falls man dem Personal dazu Gelegenheit bietet.