Theater-Adventskalender Was ist der Meininger Strich?

Einen „Meininger Strich“ im Besonderen gibt es nicht. Die Auf- und Abstriche der Streicher werden in Vorbereitung eines jeden Konzertes und einer jeden Oper neu erarbeitet. Foto: MT/ari

Um den Bogenstrich bei den Streichern geht es heute hinter dem vierten Türchen des Adventskalenders der Meininger Staatstheaters.

Meiningen - Die Türen des Meininger Staatstheaterwerden sich erst Anfang Februar 2021 für den Spielbetrieb nach dreimonatiger, Corona-bedingter Pause wieder öffnen. Das Publikum darf sich ab dem 2. Februar auf einen Premierenreigen mit Schillers „Maria Stuart“, der Strauss-Operette „Eine Nacht in Venedig“, dem Kammerspiel „Im Herzen der Gewalt“, dem Liederabend „Liebesgelüste“ sowie dem Sinfoniekonzert „Musik und Muse“ freuen. Ebenfalls im Februar hat die Oper WERTHER von Massenet Premiere.

Bis dahin öffnen sich bis Heiligabend kleine Türchen im Adventskalender. Dahinter verbergen sich Antworten auf Theater-Fragen, die das Publikum gestellt hat.

Frage 4: Was ist der Meininger Strich?

Mit dem „Meininger Strich“ ist der Bogenstrich bei den Streichern gemeint. Man geht wohl von der Annahme aus, dass es in der Geschichte der Hofkapelle bestimmte Traditionen gab, wie die Streicher ihre Auf- und Abstriche in die Noten eintragen. Dem ist aber nicht so. Jeder Konzertmeister erarbeitet für jedes Stück die Striche, welche anschließend von allen Streichern übernommen werden, zudem stimmt er sich mit allen übrigen Stimmführern ab. Wie er welche Striche festlegt, obliegt seiner Erfahrung, seiner Schule und seinem Wissen als Konzertmeister. In den Proben können dann verschiedene Stricharten mit den Dirigenten oder mit den Stimmführern geändert oder angepasst werden.

Ergo: Einen „Meininger Strich“ im Besonderen gibt es nicht. Die Konzertmeister der Meininger Hofkapelle erarbeiten die Auf- und Abstriche und tragen sie in das Notenmaterial ein, welches eine nicht zu unterschätzende Arbeit in der Vorbereitung jedes Konzertes und jeder Oper bedeutet.

Diese Frage hat Alexander John beantwortet, Orchesterdirektor und Leitung Junge Musik am Meininger Staatstheater.

 
 

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