Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies betonte: "Ich habe eine klare Erwartung an die Mineralölkonzerne und die Tankstellenbetreiber: So wie sie die Spritpreise mit Beginn des Iran-Kriegs stark angehoben haben, müssen sie sie mit der Waffenruhe nun auch wieder senken", sagte der SPD-Politiker. "Jetzt muss Schluss sein mit der Abzocke an den Zapfsäulen. Die Spritpreise müssen runter, und zwar spürbar und zügig."
Auch weitere Maßnahmen zur Entlastung beim Spritpreis hält Lies für wichtig. Ein Preisdeckel, wie es ihn in Luxemburg gebe, habe für ihn dabei Vorrang. Aber auch über eine Übergewinnsteuer müsse man diskutieren.
DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht ebenfalls weiter Handlungsbedarf. "Die wirtschaftlichen Schäden sind bereits jetzt erheblich, und auch die stark verflochtene deutsche Volkswirtschaft wird die Folgen deutlich zu spüren bekommen", erklärte er.
Fratzscher plädiert für Direktzahlungen statt steuerlicher Maßnahmen. Letztere seien wenig treffsicher und sozial unausgewogen, weil sie vor allem höhere Einkommen begünstigten. Ein Tempolimit oder autofreie Sonntage könnten zusätzlich Anreize setzen, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken.