Teckelhütte Zella-Mehlis Herzliche Gastgeber auch bei 40 Grad

Peter Roth (rechts), Vereinsvorsitzender, heißt mit seinem Team alle Gäste willkommen. Foto:  

Während dieser heißen Tage jeder versucht ist, Anstrengung draußen zu vermeiden, hielten diese eine Erfurter Wandergruppe nicht von ihrem Plan ab, der Teckelhütte in Zella-Mehlis einen Besuch abzustatten. Auch den ältesten Wanderer mit 89 Jahren nicht.

Peter Seitz aus Erfurt ist Wanderfreund durch und durch. Vor wenigen Tagen beging er seinen 89. Geburtstag. Dass er diesen mit seiner Wandergruppe, mit der er neben seinen vielen Touren dreimal monatlich durch die Natur streift, wandernd begehen wollte, ist nicht verwunderlich. Ebenso wenig das Ziel, die Teckelhütte Heinrichsbach in Zella-Mehlis. Auf einer seiner Wanderungen mit seinem Sohn rund um den Ruppberg, den er sehr mag, hatte er sie vor drei Jahren zufällig entdeckt und eine angenehme Einkehr erlebt. Diesen Schatz wollte er seinen Wanderfreunden der Erfurter Wandergruppe keinesfalls vorenthalten und kam auch mit ihnen an dieses Idyll. Auch sie teilten die Erfahrung, in bezaubernder Landschaft sehr gastfreundlich vom Hüttenteam willkommen geheißen worden zu sein.

Dieses wiederum freute sich, als sich die Erfurter nun schon im dritten Jahr in Folge erneut anmeldeten. „Wir dachten gar nicht daran, die Tour wegen der Hitze abzusetzen“, sagte Eckhard Wiederhold. Er ist Wanderleiter der zwölf Damen und Herren im Alter von 67 bis 89 Jahren aus Erfurt. „Schon gar nicht, wenn es die Geburtstags-Tour von Peter Seitz ist. Da wird jeder Geburtstag wie ein runder begangen. Und außerdem verbanden wir mit diesem Termin gleich unser Sommerfest, das wir seit 2018 durchführen.“ Also setzten sich die agilen Senioren mit dem Neun-Euro-Ticket morgens in den Zug nach Zella-Mehlis. Mit dem Bus ging es in die Stadt, von dort Richtung Waldfriedhof, über den Stachelsrain zur Teckelhütte. Immer ist Eckhard Wiederhold dabei bestrebt, Routen zu finden, über die die jeweiligen Ziele auf verschiedenen Strecken erwanderet werden. In diesem Falle war es wegen der Temperaturen schon so, dass er sich für die kürzeste Strecke durch den Wald entschieden hat, weil so die Hitze generell wesentlich erträglicher ist.

An der Teckelhütte angekommen, war die Freude des Wiedersehens auf beiden Seiten groß. Die Bratwürste und den vom Hüttenteam selbst gebackenen Kuchen hatten sich die Erfurter mehr als verdient. „Gemeinsam verbrachten wir einen hervorragenden Nachmittag in der Teckelhütte, die auch vor den Temperaturen ein wenig Schutz geboten hat“, so Eckhard Wiederhold weiter. „Das war wieder ein tolles Erlebnis bei den Zella-Mehlisern, die uns inzwischen längst zu Freunden geworden sind.“

Nicht unentdeckt blieb den Gästen auch das neue Blechdach, mit dem im vergangenen November die große Herausforderung der Sanierung vom Verein gemeistert werden konnte. Im Rahmen der Vereinszuschüsse hat die Stadt Zella-Mehlis das Projekt mit 10 000 Euro unterstützt, ebenso mit Hilfe vom Bauhof, etwa für den Abtransport der alten Dachziegeleindeckung. Auch die Dachbalken und der Unterbau sind neu, die morsch und marode waren.

Zu Fuß in die Stadt ging es für die Erfurter auch auf dem Rückweg. Auch wenn sie auf dem letzten Abschnitt wegen der Temperaturen doch ins Stöhnen gerieten, verflogen die beschwerlichen Momente im klimatisierten Bus sofort. Mit viel Humor und Geduld nahm das Trüppchen, das sich die Wanderlaune weder von hohen, noch von niedrigen Temperaturen oder gar von Regen verderben lässt, auch den übervollen Zug zurück nach Erfurt mit einem Lächeln. Dass eine ihrer Touren im nächsten Jahr wieder an die Teckelhütte führt, ist felsenfest sicher, auf welcher Strecke dann jedoch, das wird vorher noch ausgetüftelt.

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