Tatütata für Jugendfeuerwehr Tatütatour – Spendensammeln auf dem Rad

Sebastian Lang in seiner aktiven Zeit an der Spitze des Fahrerfeldes bei einer Etappe der Tour de France 2011. Bald ist er auf Spendensammeltour in der Region unterwegs. Foto: imago

Radeln am Grünen Band für den guten Zweck

Erfurt/Meiningen - Im Fahrradsattel kennt sich Sebastian Lang sehr gut aus. Der heute 41-jährige gebürtige Sonneberger war viele Jahre lang Radprofi. Für das TEAG Team Köstritzer, das Team Gerolsteiner und Omega Pharma-Lotto spulte er zwischen 1998 und 2011 unzählige Kilometer rund um den Globus im Sattel ab. Er bestritt siebenmal die Tour de France, trug dort und auch beim Giro d’ Italia das Bergtrikot, gewann es gar bei der Deutschlandtour und war 2006 deutscher Meister im Zeitfahren. Der heute in Erfurt lebende Thüringer ist es also gewohnt, sich auf den zwei schmalen Reifen fortzubewegen. Das tut er am 31. Juli und 1. August wieder – diesmal mit seinem Kollegen Fabian Kilian und für den guten Zweck.

Die beiden Hobby-Radsportler werden gemeinsam die „Tatütatour“ bestreiten. Diese ist ihre eigene Idee und ein Spendenprojekt für die Thüringer Jugendfeuerwehren unter der Schirmherrschaft des Thüringer Innenministers Georg Maier. In 48 Stunden wollen Sebastian Lang und Fabian Kilian im fliegenden Wechsel die Thüringer Landesgrenze abfahren. Einer auf dem Rad, der andere wird mit dem Auto zum nächsten Wechsel gebracht. Unterstützt werden sie dabei von einem Support-Team um Christopher Kutzner und den Thüringer Feuerwehrverband. Zusammen soll mit dem Projekt ein Zeichen für die Jugendfeuerwehren gesetzt werden, im Besonderen zum Start am 31. Juli auf dem Erfurter Domplatz.

Von Erfurt führte die Fahrt in nördliche Richtung zur Landesgrenze und dann immer irgendwie an dieser entlang wieder zurück in die Landeshauptstadt. Und so kommt der gebürtige Sonneberger natürlich auch durch die Region. Eine der Etappen führt von Kranlucken im Wartburgkreis nach Milz im Kreis Hildburghausen und damit durch die Thüringer Rhön und das Thüringer Grabfeld. Die Idee zur Tour entstand spontan. „Fabian und ich kennen uns schon länger. Er bestreitet viele lange Radrennen und wir wollen schon länger mal was zusammen machen. Wir haben eine ganze Zeit überlegt und irgendwie ist uns dann diese Idee gekommen“, erzählt Sebastian Lang. Die beiden wollen darauf aufmerksam machen, dass es gerade im ländlichen Raum vor allem die Feuerwehren sind, die das Vereinsleben in den Dörfern aufrecht erhalten. Und dass natürlich auch sie auf den Nachwuchs und finanzielle Unterstützung angewiesen sind. „Der Thüringer Feuerwehrverband fand unsere Idee natürlich toll und war sofort Feuer und Flamme. Wir bekommen alle Unterstützung die wir brauchen und werden auch von Mitgliedern des Verbandes an den beiden Tagen begleitet“, berichtet Lang.

Für Sebastian Lang bedeuteten die Vorbereitungen auf die „Tatütatour“ eine Umstellung. Nach seinem Karriereende als Radprofi war er durch Studium und Beruf einige Jahre völlig raus aus dem Sport. Lang studierte zunächst Fitnessökonomie mit Bachelor-Abschluss und schloss noch ein Studium im medizinischen Bereich an. Heute ist er in der Sportklinik Erfurt im Bereich Gesundheitsmanagement mit dem Schwerpunkt auf ambulantes Operieren tätig. Bei Studium und allem was dazugehört war die Zeit zur sportlichen Betätigung für den dreifachen Familienvater in den vergangenen Jahren eher rar gesät. „Ich musste erst mal abnehmen und langsam mein Trainingspensum wieder steigern“, erzählt er schmunzelnd. „Mittlerweile tun dreistündige Radtouren auch schon nicht mehr weh. Das war am Anfang des Trainings ganz anders.“ Die Vorbereitungen in sportlicher Sicht laufen für den 41-Jährigen seit Dezember. Derzeit fährt er 300 bis 400 Kilometer pro Woche. Langs Mitstreiter Fabian Kilian ist 39 Jahre alt und für die Stadt Erfurt im Baubereich tätig. Er kommt also aus einer völlig anderen Branche als der ehemalige Radprofi. Aber beide verbindet der Radsport und der Wille, mit ihrer Tour Gutes zu tun. Ihr Ziel ist es, insgesamt 10 000 Euro für die Jugendfeuerwehren zu sammeln. Mit dem Geld sollen Ausrüstungsgegenstände für die Ausbildung angeschafft werden.

Nachverfolgen kann man die einzelnen Etappen im Internet auf der Plattform Komoot. Wie genau die Tour an den beiden Tagen abläuft, ist natürlich nicht zu planen. „Klar gibt es Zeittabellen, nach denen man sich grob richten kann. Aber da kann dich schon ein heftiger Regenschauer völlig rausbringen“, weiß Lang. Ziel sei es, die Strecke in weniger als 48 Stunden zu absolvieren. Wenn das Wetter passt, kann das durchaus gelingen. Aber egal wie lange es dann doch dauert, der Gute Zweck ist das wichtige an dem Unternehmen. Die Aktion läuft bereits seit einiger Zeit und jede Spende ist natürlich willkommen.

Und welche Beziehungen hat der ehemalige Radprofi noch zum aktuellen Radsport-Peloton? „Ich war ja einige Jahre völlig raus und habe auch kaum wahrgenommen, was im Radsport passiert. Aber jetzt habe ich meine Liebe zum Radsport wiederentdeckt und verfolge die Rennen, wie gerade die Tour de France, wieder viel intensiver als noch vor ein paar Jahren. Es ist zwar schon eine andere Generation dabei, aber einige mit denen ich noch gefahren bin, wie André Greipel oder Philipp Gilbert,t sind noch aktiv“, erzählt Sebastian Lang.

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