Die Nähe zu den Menschen ist dabei Chance und Herausforderung zugleich. Wer sich kennt, berichtet nicht aus sicherer Distanz. Berichterstattung kann unbequem sein – gerade dann, wenn sie Nachbarn, Bekannte oder langjährige Gesprächspartner betrifft. Nähe darf nicht zu Nachsicht werden, Vertrautheit nicht zu Schonung. Diese Spannung auszuhalten, gehört zur Professionalität des Lokaljournalismus.
Natürlich ist die Lokalzeitung nicht perfekt. Sie darf und soll kritisiert werden. Zugleich sind Reporterinnen und Reporter darauf angewiesen, dass ihre Arbeit wahrgenommen und wertgeschätzt wird: durch Interesse, Rückmeldungen, Hinweise – und vor allem durch den regelmäßigen Blick in die Zeitung und auf insuedthueringen.de.
Ohne Lokalzeitung entstünde vor Ort eine große Lücke. Das ist ein großes Wort, aber es stimmt. Für die demokratische Grundversorgung ist sie unverzichtbar.
Das Meininger Bier kommt nicht zurück. Die Lokalzeitung gibt es noch. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Die Frage ist, welchen Wert wir ihr beimessen, heute. Nicht erst dann, wenn wir sagen müssen: Sie fehlt wie ein Stück Heimat.
M.Hildebrand-Schoenherr@meininger-tageblatt.de