Tag der Kinderhospizarbeit Ein Sternenkinderfeldfür die Fachwerkstadt

Annett Recknagel

Zum diesjährigen Tag der Kinderhospizarbeit machen ein grünes Band und ein Teddybär auf die Wichtigkeit der Thematik aufmerksam.

Am Tag der Kinderhospizarbeit informierte Koordinatorin Jana Schmidt den Schmalkalder Bürgermeister Thomas Kaminski über aktuelle Themen ihrer Arbeit. Foto: /Annett Recknagel

Schmalkalden - „Dass am 14. Februar Valentinstag ist, weiß jeder. Was mit dem 10. Februar verbunden ist, wissen dagegen nur wenige“, sagt Jana Schmidt und meint den Tag der Kinderhospizarbeit. Seit vier Jahren hat die Koordinatorin beim südthüringer Kinderhospizdienst ihr Büro in der Stumpfelsgasse und wird es nicht müde, die Thematik Tod und Sterben von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Tabuzone zu holen.

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Gerade am Tag der Kinderhospizarbeit richtet sich der Fokus einmal mehr auf Familien mit Kindern, deren Lebenszeit durch Krankheiten verkürzt ist. Ziel ist es, die Inhalte der Kinder- und Jugendhospizarbeit bekannter zu machen, Menschen für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen und auch finanzielle Unterstützer zu finden.

Das Symbol für den Tag ist das „Grüne Band“. Es drückt die Hoffnung aus, dass sich immer mehr Menschen der Thematik verbunden fühlen und sie unterstützen, so Jana Schmidt. In Schmalkalden hatte sie einem Plüschteddy das Band um den Hals gebunden. Weil Bürgermeister Thomas Kaminski diesem Thema sehr aufgeschlossen gegenübersteht, hat der Teddy jetzt im Rathaus ein neues Zuhause gefunden. Bereits zur Büroeröffnung vor vier Jahren war der Stadtchef anwesend. Zum Tag der Kinderhospizarbeit schaute er bei Jana Schmidt vorbei und informierte sich über den aktuellen Stand. Sehr gut kam bei ihm das von den Damen der Gruppe „Nähen für Frühchen und Sternchen“ sehr ansprechend gestaltete Schaufenster an. Ein großes Herz und ein Regenbogen fallen zuerst ins Auge. Dann eine Wolke mit Aufschrift und das grüne Band. „Ein großes Dankeschön von mir an die Nähfrauen“, sagte Jana Schmidt und Thomas Kaminski stimmte ihr zu. Mit dem ambulanten Hospizdienst “Herzenssache“ in Schmalkalden arbeitet sie ebenfalls sehr gut zusammen.

Auch berichtete sie von 22 ehrenamtlichen Familienbegleitern, die 2020/2021 trotz Corona ausgebildet werden konnten. Aktuell sind 20 davon in Familien im Einsatz. „Es gibt also nach wie vor großen Bedarf“, sagte Jana Schmidt und wies auf einen neuen Kurs zur Ausbildung von ehrenamtlichen Familienbegleitern hin, der am 12. März in Steinbach-Hallenberg startet und für den es noch fünf freie Plätze gibt. Am 2. Mai steht ein Kinderlebenslauf bevor. Hierbei wird eine Fackel durch ganz Deutschland getragen, um auf die Kinderhospizarbeit aufmerksam zu machen. Am 2. Mai erreicht die Fackel Schmalkalden als eine Station. Bürgermeister Thomas Kaminski merkte sich den Termin vor.

Ein wichtiges Thema ist weiter ein Sternenkinderfeld. Jana Schmidt möchte eine solche Stätte für Eltern und Angehörige von Sternenkindern gern auch in Schmalkalden einrichten. In Mühlhausen, das auch zum Wirkungsbereich Südthüringen von Jana Schmidt gehört, gibt es ein solches Feld bereits. Zwischen 2016 und 2021 wurden dort schon 20 Kinder beigesetzt. Thomas Kaminski war diesem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen. „Auf unserem Friedhof gibt es etwas ähnliches“, sagte er. Derzeit sei die Friedhofssatzung ohnehin in Arbeit und man könne bestimmte Themen aufnehmen und sollte unbedingt darüber reden. „Ich finde diese Idee wichtig. Menschen brauchen einen Ort zum Trauern“, so Kaminski. Seiner Erfahrung nach würde nach Fehlgeburten oder bei Kindern, die im Säuglingsalter versterben, eher im Stillen getrauert.

Durch Corona sei das Thema Trauer ein ganz anderes geworden, stellte Jana Schmidt heraus. Viele Angehörige hatten in den vergangenen zwei Jahren nicht einmal die Zeit, sich von dem Sterbenden zu verabschieden. Jana Schmidt bot vor einiger Zeit im Landratsamt ein Seminar zum Thema Trauerbegleitung an. „Der Bedarf ist vorhanden“, berichtete sie. Zwölf Interessenten ließen sich diesbezüglich schulen.

Die Koordinatorin hat festgestellt, dass in Sachen Trauerarbeit bei Kindern und Jugendlichen Nachholbedarf besteht. Kurzerhand reagierte sie und nahm bereits 2020 eine Weiterbildung auf, die sie demnächst abschließt. Über anderthalb Jahre ließ sich Jana Schmidt jetzt zur systemischen Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche schulen. Ihr Ziel ist es, Trauergruppen für Kinder und Jugendliche anzubieten. Auf diese Weise sollen die Eltern entlastet werden. „Ich will die Kinder auffangen, die durch Corona oder andere Krankheiten einen lieben Familienangehörigen verloren haben und das bewältigen müssen“, erklärt sie. Schon im nächsten Herbst könnte sie mit dieser Arbeit starten.