Tag der Architektur im Ilm-Kreis Architekten geben Einblicke in die Bauten der Zukunft

Berit Richter
Die moderne Architektur der Ilmenauer Schwimmhalle sorgt für eine besondere Stimmung. Foto: Andreas Heckel

Am bundesweiten Tag der Architektur beteiligen sich am Wochenende auch vier Objekte im Ilm-Kreis. Unter anderem gibt es Einblick in die Ilmenauer Schwimmhalle und in die Kita „Fischerboot“.

Das letzte Wochenende im Juni ist für Architekturbegeisterte jedes Jahr ein besonderer Höhepunkt. Dann findet nämlich der Tag der Architektur statt. Bundesweit sind Interessierte eingeladen, zeitgenössische Architektur in der unmittelbaren Umgebung zu besichtigen und auch Bauwerke zu betreten, die normalerweise nicht zugänglich sind. Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen stehen gemeinsam mit ihren Bauherren vor Ort bereit, um Fragen zu beantworten und über Ideen und Konzepte, Planungsabläufe und qualitative Standards zu informieren.

In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Architektur baut Zukunft“. Allein in Thüringen werden 54 Objekte in 28 Städten und Gemeinden vorgestellt. Im Ilm-Kreis gibt es am 25. und 26. Juni die Chance, vier Objekte etwas näher kennen zu lernen.

Schwimmhalle Ilmenau: Nach zwei Jahren Bauzeit wurde die neue Schwimmhalle im Oktober 2020 eröffnet. Die dynamische und starke Form der neuen Halle vereint zugleich komplexe Geometrie und schlichtes Design. Das Hauptziel des Entwurfs ist es, eine Reihe von Stimmungen – vom markanten, farbenfrohen Eingangsbereich über die behaglichen Umkleideräume bis hin zur luftig leichten Schwimmhalle mit seiner ausdrucksstarken Decke – zu erzeugen. Prägendes Gestaltungsmittel in der Schwimmhalle ist die gewölbte Akustikdecke aus Holzlamellen. Die Unterdecke wurde aus 450 gewölbten Brettlamellen-Elementen vorgefertigt. Jedes Element wurde im 3D-Modell abgewickelt und in einen 2D-Plan umgewandelt. Vor Ort wurden 12 500 gerade Brettlamellen-Elemente durch Verschraubung wieder in die gewölbte Form gebogen.

Am Samstag gibt es um 12 Und 14 Uhr, am Sonntag um 12 Uhr kostenlose Führungen. Treffpunkt ist das Foyer (Karl-Liebknecht-Straße 34).

Kindergarten „Fischerboot“ Ilmenau: Der Kindergarten „Fischerboot“ bildet mit seinem lang gestreckten Baukörper eine klare Raumkante, die einer heterogenen Nutzung im westlichen Planungsgebiet Halt verleiht. Gestaltprägendes Entwurfselement ist der Umgang mit der Umgebung. Sowohl der öffentliche Freibereich westlich als auch der private Freibereich östlich des Gebäudes schieben sich in den Baukörper – es entstehen bauliche Einschnitte, die die lang gestreckte Kubatur gliedern und in direkte Kommunikation mit den Innenbereichen treten. Diese Freibereiche gruppieren sich einladend um das zentrale Foyer des Kindergartens, welches von einer raumprägenden Treppe gestaltet wird. Diese nimmt die Besucher in Empfang, verteilt sie in die verschiedenen Funktionsbereiche und bietet, als Möbelstück gestaltet, gleichzeitig eine hohe Aufenthaltsqualität.

Der Kindergarten (An der Fischerhütte 1) kann am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 12.30 Uhr besichtigt werden.

Jüdischer Friedhof Plaue: Der jüdische Friedhof wurde zwischen 1826 und 1926 genutzt. Zwar entging er der Zerstörung während der NS-Zeit, doch nach 1945 wurden Grabsteine beschädigt und beseitigt. Die zeitweise Pflege durch Arnstädter Schülerinnen und Schüler musste aufgrund mangelnder Verkehrssicherheit eingestellt werden. Wegen der starken Hanglage bestand die Gefahr des Abrutschens der Gräber, die auf sechs Ebenen angelegt waren. Mit dem Bestand war behutsam umzugehen und Wildwuchs zu beseitigen. Die Zugänglichkeit der Gräber wurde wiederhergestellt, die Terrassierung beibehalten und gesichert, ein Weg und eine Treppe angelegt. Die Trockenmauern wurden weitgehend mit vorhandenem Natursteinmaterial errichtet. Zum Zweck der räumlichen Fassung erfolgten Gehölzpflanzungen entlang der Einfriedung und auf den Flächen eine Rasenansaat.

Am Sonntag gibt es um 15 Uhr eine Führung. Treffpunkt dafür ist der Haupteingang des kommunalen Friedhofs im Zimmertal.

Informationszentrum am Lutherweg Ichtershausen: Im Zuge der Neunutzung des gesamten Areals der ehemaligen Jugendstrafanstalt als Wohnquartier „Neues Kloster“ wurde das Gerätehaus zu einem Informationszentrum für Romanik und Reformation am Lutherweg umgenutzt. Neben Ausstellungen zur eindrucksvollen Geschichte des Areals finden die Besucher Informationen zu Umnutzungsideen und zum Baufortschritt auf dem Haftgelände. Das Gebäude befindet sich in der Nähe der Klosterkirche St. Georg und Marien und bildet, am Gera-Radweg gelegen, einen gut sichtbaren Abschluss des neu zu ordnenden Gebietes. Die Umnutzung wurde behutsam und frei von großen Eingriffen in den Bestand umgesetzt. Hauptaugenmerk lag hierbei auf einer Neugestaltung des Innenraums und seinem zeitgemäßen Ausbau.

Das Informationszentrum (Alexander-Puschkin-Straße 7) ist am Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen gibt es um 10, 12 und 14 Uhr (Treffpunkt Eingang).

 

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