Winterwochenende auf der Geba Rekord am Berg der Läufer, Kiter, Rodler

Christian Fischer hat für Sohn Ben eine geniale Erfindung gebastelt: Abwasserrohr-Kufen unter die Rolli-Räder. Und ab ging’s auf die Geba. Foto: /Sandra Fischer

Die Geba hatte am vergangenen Wochenende 3500 Gäste – neuer Spitzenwert. Darunter waren auch spezielle Besucher: mit dem Kite-Schirm und mit dem Kufen-Rolli, Marke Rhöner Eigenbau.

Geba - So ein tolles Wetter! Und wer weiß, ob es nicht für lange Zeit das letzte perfekte Wintervergnügen war, mit blauem Himmel und Sonnenschein bei super Schneeverhältnissen. Jedenfalls hielt es die Menschen nicht zuhause, sondern sie pilgerten auf den Berg, wo man sich auch in Corona-Zeiten auf der großen Fläche gut aus dem Weg gehen konnte. „Alle waren sehr umsichtig, auf den Parkplätzen, auf den Wanderwegen und Loipen“, sagt Rhönblick-Bürgermeister Christoph Friedrich. Ja, man habe den Berg „ordnungsbehördlich bestreift“, um das zu überprüfen. 3500 Leute, so schätzt er, waren hier. „Ein paar mehr als 2017, als wir schon mal einen so schönen Winter hatten – nur haben wir damals sogar fräsen müssen.“ Jetzt waren es 30 Zentimeter Schnee. Fünf Parkplätze – drei auf dem Geba-Plateau, einer am Neidhartskopf, einer am Spielplatz Geba – waren vorbereitet, durch Ehrenamtliche des Gebavereins und den Bauhof. Nur am Neidhartskopf gab es mal Regulierungsbedarf – Bauhof und Bürgermeister haben darauf geachtet, dass nur dann geparkt wurde, wenn ein Platz wieder fei wurde, oder auf die anderen Plätze gelenkt.

Bei 58 Kilometern gewalzter und geloipter Strecke – von Oberkatz, Bettenhausen und Herpf/Stepfershausen her sowie um die Geba – gab es ein perfektes Winterfreude-Angebot. Besonders beliebt und unablässig genutzt: der erstmals gewalzte Rodelhang von der Geba bis nach Stepfershausen. Der ersetzte, so hat man es im Gebaverein am Freitag entschieden, den Rodelberg in Träbes, bei dem es mit Parkplätzen schwierig ist.

Neben Winterwanderern, Skiläufern und Rodlern fand auch Knut Badalus Platz für sein spezielles Vergnügen: Snowkiting. Die Geba, der Hausberg des Meiningers, ist „ein Insidertipp“ für den rasanten Sport, den er seit sechs Jahren betreibt. Auch im Frühjahr und im Herbst schwingt der Gerüstbauprofi sich dort über die Felder, und er kitet andernorts auch auf Wasser – doch das Vergnügen jetzt auf der Geba, fast lautlos im Schnee zu surfen, das war für ihn „einfach ganz besonders“.

Christian Fischer aus Bettenhausen dagegen hat die weiße Pracht zu einer anderen genialen Idee gebracht: Um seinem 13-jährigen Sohn Ben, der im Rollstuhl sitzt, auch ein Skivergnügen zu bereiten, hat er kurzerhand Abwasserrohre als Kufen unter die Räder des Rollis montiert. „Schon beim Bauen hatten wir viel Spaß – aber erst auf dem Berg!“, sagt er. Der Vater lenkte, bremste oder schob je nach Geländelage das Gefährt durch den Pulverschnee: „Einfach herrlich!“ Im Spaßfaktor stand der Eigenbau einem speziellen Schlitten für Behinderte in nichts nach – nur, dass er schneller gebaut war. Der Spezial-Schlitten nämlich war derzeit nicht lieferbar. Der Papa hat sogar ein Schiebeschild für den Elektro-Rolli gebaut, um Ben den Wunsch zu erfüllen, beim Schneeschaufeln zuhause mitzuhelfen. „Er ist eh für jeden Spaß zu haben und ein sehr fröhlicher Mensch, wie unsere ganze Famile“; erzählt Christian Fischer.

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