Suhler Tafel Mehr Bedürftige, weniger Lebensmittel

Detlef Muselmann, Mitarbeiter der Tafel, Edeka-Marktleiter Justin Stöbe, und die Leiterin der Tafel Almut Ehrhardt (von links) beim Verladen der gespendeten Lebensmitteltüten in den Tafel-Transporter. Foto: /Karl-Heinz Frank

Immer mehr „Kunden“, immer weniger Lebensmittelspenden: Die Suhler Tafel ist auf Hilfe dringend angewiesen. Bis Jahresende ist zumindest die Finanzierung gesichert.

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges mit ukrainischen Flüchtlingen und stetig steigenden Lebenshaltungskosten sind auch bei der Suhler Tafel deutlich spürbar. Die Zahl der Menschen, die einen Teil ihrer Lebensmittel und andere dringend benötigte Dinge des täglichen Bedarfs über die Tafel beziehen müssen, wächst stetig. Dem gegenüber geht das Angebot an Lebensmittelspenden deutlich zurück. Ein schwieriger Spagat, den die Tafel-Mitarbeiter vollziehen müssen. Die Reduzierung der Ausgabetage von zwei auf einen pro Woche ist eine ganz konkrete Auswirkung. Immerhin ist die Finanzierung der Suhler Tafel noch bis zum Jahresende gesichert. Dann läuft die Unterstützung über das Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben (LSZ) allerdings aus. Wie es dann weitergeht – dafür würden derzeit Lösungen gesucht, sagt Almut Ehrhardt, Leiterin des Mehrgenerationenhauses „Die Insel“, wo die Tafel ansässig ist. „Wir treffen uns demnächst mit Verantwortlichen des Tafel-Landesverbandes, um Möglichkeiten auszuloten“, blickt sie voraus.

Indes ist die Zahl der regelmäßigen Tafel-Nutzer in Suhl auf über 200 angewachsen – Tendenz steigend. „Wir müssen sehen, wie wir das weiterhin gehändelt kriegen; die Zuteilungen eventuell noch einmal teilen“, sagt Ehrhardt. Auch dazu sollen in den Tagen Gespräche geführt werden.

Vor diesem Hintergrund sei man für jede Zuwendung sehr dankbar und über jede Spende froh. So wie die jetzt abgeschlossene Tütenaktion des Suhler Edeka-Marktes in der Aue, bei der immerhin 72 Lebensmitteltüten und 17 Tüten mit Körperpflegeprodukten zusammenkamen. Mehrere Wochen lang hatten Kunden für diese Tüten jeweils fünf Euro spenden können – eine Aktion, wie sie sonst meist zur Weihnachtszeit auch von anderen Lebensmittelmärkten praktiziert wird. „Das hilft uns gerade in der jetzigen angespannten Situation ein ganzes Stück weiter“, freut sich Almut Ehrhardt bei Abholung der Tüten.

Noch deutlich prekärer ist indes die Lage bei der Suhler Kindertafel. Da ist es vor allem der akute Mangel an Personal, der eine Fortführung der so wichtigen Arbeit mit Beginn des neuen Schuljahres Ende August noch immer mit einem dicken Fragezeichen versieht.

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