Suhler Künstler räumt ab Suhler gewinnt Kunstpreis „Art Franken“

Heiko Bayerlieb (links) übergibt Karl-Heinz Gollhardt den Preis. Foto: Frank Melech

Nachdem es in den vergangenen zwei Jahren um die bildende Kunst recht still geworden war, meldete sich die Szene jetzt. Und zwar bei der Kunstmesse „Umschlagplatz“. Hier räumte der Suhler Karl-Heinz Gollhardt ab.

Coburg/Suhl - Sie haben endlich wieder ihre Bühne bekommen, die bildenden Künstler. Kürzlich fanden sich im bayerischen Bad Staffelstein etwa 50 Künstler aus ganz Deutschland, Maler, Bildhauer, Grafiker und Objektkünstler nach einer Coronapause zur 5. Kunstmesse „ Umschlagplatz“ zusammen.

Diesmal allerdings nicht in den angestammten historischen und kultigen Coburger Pakethallen am Güterbahnhof, die dem Kunstevent auch ihren Namen gaben und die zurzeit rekonstruiert werden. Hier ist die Idee des Kunstmarktes der anderen Art entstanden, der erstmals 2016 in den alten Pakethallen ausgerichtet wurde und sich Mal für Mal zum echten Kunstevent in Franken und Südthüringen emporgeschwungen hat.

Aufgrund von Bauarbeiten musste in die nicht weniger kultigen Produktionshallen der Porzellanfabrik von Goebel und & Kaiser in Bad Staffelstein ausgewichen werden. Und tatsächlich lässt sich Kunst auch zwischen Brennöfen, Glasurwerkstatt und Zeichenbrettern bestens präsentieren. Zu der Kunstverkaufsmesse „Umschlagplatz“ Ende September haben Künstler ihre Werke – das Spektrum reichte von Bildern über Skulpturen bis hin zu Installationen – präsentiert.

Die Suhler Künstler Frank Melech, Stefan Neidhardt und Karl-Heinz Gollhardt waren schon mehrfach Teilnehmer an diesem Event. 2019 wurde Frank Melech für seine fantasievollen und farbkultivierten Fotocollagen mit dem 2. Preis ausgezeichnet. In diesem Jahr bestimmte die wie immer hochkarätig besetzte Jury den Heinrichser Bildhauer Karl-Heinz Gollhardt zum 1. Preisträger. Ihm war es vergönnt, ein Preisgeld und eine Keramikskulptur des international renommierten Popartkünstlers James Rizzi, die von der Porzellanmanufaktur produziert und gestiftet wurde, entgegennehmen. „Das war eine große Freude für mich, habe ich hier doch zum ersten Mal einen neuen Werkblock ausgestellt. Standen im Mittelpunkt der Arbeit bisher meist Torsen, also Körperfragmente, die kaum Zeitbezug hatten, richtet sich der Blick hier auf das uns umgebene Leben, wie es sich in menschlichen Beziehungen, Selbstinszenierungen, Sinnsuche, Sex und emotionalem Hunger spiegelt“, so Karl-Heinz Gollhardt. Dafür findet der Künstler zurück zur Ganzfigur. „Gestik, Accessoires und Farbe werden neue Ausdrucksträger. Dominas, Bondagejünger, Hochsensible, Intellektuelle, Sexuelle und sich Verschließende teilen sich den himmlischen und irdischen Kosmos. Ein Spiel mit selbst gewählter lustvoller Gefahr in körperlicher Aktion oder emotionaler Gestimmtheit gibt der Ausstellung ihre innere Klammer“, beschreibt Gollhardt sein Werk.

Die große Anzahl der Besucher über das gesamte Wochenende zeigte den großen Hunger nach Kultur, geistiger Anregung und Schönheit, der Mut für einen guten Neubeginn macht.

Für die beiden Suhler Gollhardt und Melech bleibt vor allem ein Statement des Veranstalters Heiko Bayerlieb haften: „Die Suhler haben es wieder mal gerockt.“

Karl-Heinz Gollhardt gibt dieser Preis Auftrieb und Mut nach der Zeit, in der es ein bisschen einsam geworden sei, wie er sagt. So hat er sich entschlossen, seine „Gollerie“ im Suhler Ortsteil Heinrichs wieder für Interessenten zu öffnen – wahrscheinlich Ende November. „Hier werden die Interessenten die Möglichkeit haben sich einfach umzusehen oder mir bei der Arbeit über die Schulter zu schauen“, sagt Gollhardt.

Reguläre Öffnungszeiten gibt es allerdings nicht. Wer in die Galerie des Karl-Heinz Gollhardt in Heinrichs kommen möchte, ist gut beraten, vorher anzurufen unter den Telefonnummern (03681)30 04 08 oder 01515 72 69 87 8. ike

Autor

 

Bilder