Suhler Behindertenbeauftragte Ein Sprachrohr sein für Menschen mit Behinderung

Dana Kauffmann ist die Suhler Behindertenbeauftragte. Foto: frankphoto.de

Suhl hat als eine der ersten Städte in Thüringen eine Stelle für eine hauptamtliche Behindertenbeauftragte geschaffen. Diese hat Dana Kauffmann inne. Für sie ist der Job wie gemacht, vereint er doch ihre beiden Interessen.

Suhl - Schon lange bevor Dana Kauffmann überhaupt von einem Posten wie dem der Behindertenbeauftragten einer Stadtverwaltung gehört hatte, war es ihr wichtig, sozial tätig zu sein, sich für andere einzusetzen. Dabei ging die gebürtige Meiningerin zunächst einen anderen Weg. Sie machte eine Ausbildung im Einzelhandel, studierte Betriebswirtschaft und lebte und arbeitete in London, Österreich, Zypern und Bayern. Doch in den Unternehmen, in denen sie tätig war, fehlte ihr etwas. „Die Menschlichkeit fehlte, es stand nur die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund“, nennt die heute 37-Jährige den Grund, sich umzuorientieren.

Schon immer Interesse an Sozialem und Wirtschaft

Die Suche nach einer neuen Stelle führte Dana Kauffmann zurück nach Südthüringen, wo sie schließlich bei einem sozialen Träger in Meiningen anfing. Hier konnte die junge Frau ihr betriebswirtschaftliches Können einbringen und damit anderen helfen. Auf beruflicher Basis hatte Dana Kauffmann dann vor anderthalb Jahren den ersten Kontakt zum Suhler Behindertenbeirat. Bei den Vorbereitungen zum Aktionstag für Menschen mit Behinderung im Mai lernte sie die ehrenamtlichen Mitglieder sowie die zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung kennen. „Wir haben den Kontakt gehalten und als dann im letzten Herbst die Stelle der Behindertenbeauftragten ausgeschrieben wurde, habe ich die Chance ergriffen“, blickt die 37-Jährige, die sich schon länger nach einer neuen Herausforderung sehnte, zurück.

Und die Stelle in Suhl passte gut zu ihr, denn sie vereint ihre beiden Interessen. Den Großteil ihrer Arbeit macht die Aufgabe als Beauftragte für Menschen mit Behinderung aus. „Hier kann ich ein Sprachrohr für die Menschen sein, die sich selbst nicht so äußern können, kann mich für ihre Belange einsetzen und mehr Aufmerksamkeit für sie und ihre Anliegen schaffen“, sagt Dana Kauffmann, die aus eigener Betroffenheit weiß, welche Hürden im Alltag mitunter warten können. Knapp ein Drittel ihrer Stelle ist der Sachbearbeitung im Bereich Wohlfahrtspflege gewidmet, wobei sich die Betriebswirtin mit allen Projekten befasst, die von der Stadt gefördert werden. „Ich prüfe die Daten und mache die Abrechnung, derzeit vor allem für das Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben“, beschreibt sie den anderen Teil ihrer Arbeit.

Mehr in der Öffentlichkeit steht sie als Behindertenbeauftragte. Sie ist festes Mitglied im Behindertenbeirat, plant die Sitzungen und führt das Protokoll. Sie arbeite gut mit dem Gremium zusammen, sagt Dana Kauffmann. Gemeinsam beschäftige man sich mit der Fortschreibung des Maßnahmenplans zur inklusiven Stadt – eine ihrer Hauptaufgaben, meint die 37-Jährige. Auch die Zertifizierung barrierefreier Einrichtungen, das Überprüfen von DIN-Normen bei Projekten und Stellungnahmen zu Baumaßnahmen erledigt die Behindertenbeauftragte mit dem Beirat.

In der Freizeit gerne in der Natur unterwegs

Als Ausgleich zum Beruf zieht es Dana Kauffmann, die mit ihrem Mann und zwei Hunden in Kühndorf lebt, in die Natur. „Ich bin viel am Dolmar unterwegs, wandere gerne und mache Sport. Ich brauche das zum Runterkommen“, sagt die junge Frau, die auch in der Freizeit nicht ganz von ihrem Beruf loskommt. Als Betriebswirtin werde sie schon immer von Freunden oft wegen Steuererklärungen und ähnlichem angesprochen, erzählt sie. Mit ihrer neuen Stelle seien vermehrt auch Fragen zu Behördengängen, Anträgen und Krankheiten dabei. Dana Kauffmann hilft gerne weiter, denn das ist es, was sie schon immer tun wollte.

 

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