Suhl - Mit hochrotem Kopf, aber lächelnd, verließen die meisten Frauen am Samstag das CCS. Denn Kurse wie DrumsAlive, Detox Yoga, Aqua Cycling, Energy Dance oder Faszientraining versprachen nicht nur körperliche Anstrengung, sondern auch jede Menge Spaß.
Knapp 50 Trendsportarten galt es zum zweiten Frauensporttag im CCS auszuprobieren. Nach der gemeinsamen Erwärmung, bei der Schirmherrin Kati Wilhelm die etwa 400 Frauen im Großen Saal begrüßte, selbst aber wegen einer Erkältung auf das Workout verzichten musste, ging es in die Kurse.
Entspannt starteten die Wasserfrösche in den langen Sporttag. Die zweieinhalbjährige Ronja war mit ihrer Mama Johanna Massarczyk ins Ottilienbad gekommen, die dreieinhalbjährige Helena hatte Mama Beate Grimm dabei. Munter plantschten die beiden Mädchen unter Anleitung von Schwimmmeisterin Katrin Herzog im Becken, spielten mit Bällen, Gießkannen und Wassernudeln.
Im Wasser und an Land
Wenige Meter weiter vorn quälten sich einige Damen an der SharkPole, einer Pole-Dance-Stange, die im Becken versenkt wurde. „Immer lächeln“, forderte Personaltrainerin Katja Kessel gut gelaunt auf. Die Bewegungen, die sie an Land vorgab, machten die Frauen im Wasser nach. „Unheimlich anstrengend“, das Fazit nach einer Dreiviertelstunde.
Nur ein gequältes Lächeln auch beim PowerVit Yoga. Weil der Kurs, der im Fitness-Studio des Ottilienbades stattfand, aus allen Nähten Platze, wurde kurzerhand das Foyer zum Turnraum umfunktioniert.
Die Übungen, die Kursleiterin Katja Mühlbauer spielend von der Hand gingen, forderten von den Frauen viel Energie. Unbemerkt hatte sich das Maskottchen des Landessportbundes, der Muskelkater, unter die Damen gemischt und bedachte die Leistungen mit Samtpfoten-Applaus.
Sich „stolz, neckisch und lasziv“ zu bewegen, lernten alle großen und kleinen Friedas beim orientalischen Bauchtanz mit Heidemarie Schwalbe. In zwei Kreisen tanzten die Frauen hüftschwingend und „mit Schulteraction“ durch das Türmchen. „Es sieht nur so gut aus, weil jedes Körperteil, anders als beispielsweise beim Ballett, unabhängig voneinander bewegt wird“, erklärte die Sportlehrerin. Sie gab die Grundlagen der „Isolation“ an ihre Schützlinge weiter, die die neuen Bewegungsabläufe mit viel Spaß nachahmten.
Fallende Sandbälle
Einen mit Sand gefüllten Tennisball versuchten die Sportlerinnen beim Taji Bailong Ball mit geschmeidigen Bewegungen und dem sogenannten Racket, einem Schläger, zum Gegenüber zu befördern.
„Jedes Mal, wenn der Ball runterfällt, wird der Spielfluss gestört. Deswegen geben viele Spieler frühzeitig auf“, bedauerte die erfahrene Spielerin Brigitte Baumann. Auch im Saal Simson flogen die Bälle öfter auf den Boden als durch die Luft.
Um in den Kursen einen Platz zu bekommen, mussten die Frauen auch in den viertelstündigen Pausen flinke Füße beweisen. „Es ist ärgerlich, dass vieles schon voll ist, wenn man hinkommt“, beklagte Renate Fontanive. Da half nur ein genauer Plan, welche Sportart unbedingt ausprobiert und welche von der eigenen Liste gestrichen werden konnte.
Bis auf zwei Plätze war der Kurs DrumsAlive für Kinder besetzt. 38 Jungen und Mädchen brachten gemeinsam mit Übungsleiterin Kristin Hobert das Fitnessstudio zum Beben. Auch die großen Friedas fanden schnell Gefallen an den Übungen mit Sticks und Pezziball.
Tanz in die Nacht
Wer nach knapp neun Stunden Sport noch immer nicht genug hatte, konnte bei Thüringens größter Zumba-Party am Abend noch einmal alles geben. Das selbst gesteckte Ziel von 1000 Zumbabegeisterten wurde nicht erreicht. Etwa 800 Frauen und Männer brachten den Großen Saal bis kurz vor Mitternacht zum Beben.
„In diesem Jahr waren deutlich mehr Männer dabei“, freute sich Zumba-Trainer Martin Swiatek. Insgesamt zwölf Tanzlehrer und Fitnesstrainer sorgten für die passenden Schritte und Choreografien. „Die Stimmung war geil“, resümierte Martin Swiatek zufrieden. at