Suhl - Dass Ralf Schumann, der mit olympischem Gold und vielen Meister-Titeln dekorierte Ausnahme-Schütze vom Förderverein Schießsportzentrum Suhl, die ersten Schüsse auf der nagelneuen Pistolenanlage abgab, krönte gestern das Projekt, das alles andere als ein gewöhnliches ist. Seit Jahren liefen die Bemühungen, für die Sanierung dieses Schießstandes im Areal auf dem Friedberg eine Förderung zu bekommen. Im vergangenen Jahr kam endlich die Zusage von Bund und Land, der finanziell schwer angeschlagenen Stadt Suhl so weit entgegen zu kommen, dass sie von den insgesamt veranschlagten Kosten in Höhe von 800 000 Euro lediglich 10 Prozent, also 80 000 Euro, zu tragen hätte. Nun hätte die Stadt endlich loslegen können, konnte aber nicht, weil sie ein riesiges Defizit in der Kasse, aber keinen Haushalt hatte - verrückte Zeiten. "Dennoch sollte es gelingen, dank der mutigen Entscheidung des Stadtrates", so Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos). Die Linke brachte den Antrag ein, alles daran zu setzen, das Geld nicht verfallen zu lassen, auch weil das Schießsportzentrum zu den Alleinstellungsmerkmalen der Waffenstadt Suhl gehört. Aber ohne Haushalt geht nichts, erst recht keine neuen Investitionen.