Suhl - Wenn Bernd Voß vom altehrwürdigen Ernemann-Projektor im Kino-Foyer durch die großen, fensterlosen Vorführräume im Obergeschoss geht und jedes Knöpfchen, jeden Schalter, jede Ecke mit schlafwandlerischer Sicherheit kennt, absolviert er auch Etappen seines Berufslebens. Seit 30 Jahren macht der 56-jährige gebürtige Ostthüringer "365 Tage im Jahr", wie er scherzt, das, was sich mancher Cineast wünscht: Filme schauen. Noch faszinierender: Filme makellos zum Laufen bringen. Mittlerweile in sieben modernen Kinos gleichzeitig, die seit dem Start des "Cineplex" das Zuhause des Singles geworden sind. Das hätte dem Jungen in Eisenberg mal einer sagen sollen, der immer schwer beeindruckt war von den Landfilmern mit ihren Strippen und Gerätschaften. Unter dem Rattern des Projektors und trotz Kratzern und Fusseln auf dem Celluloid führten sie die Leute in den Gasthöfen in andere Welten.
Suhl/ Zella-Mehlis Seinen Lieblingsfilm kennt hier fast keiner
Von Sabine Gottfried 13.12.2012 - 00:00 Uhr