Suhl/ Zella-Mehlis Fahrgast ohne Maske im Bus: Streit eskaliert in Suhl

Karl-Josef Hildenbrand/dpa Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Weil ein Mann ohne Mund-Nasen-Schutz in einen Linienbus nach Suhl-Nord eingestiegen ist, sind mehrere Fahrgäste heftig in Streit geraten. Jetzt wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Suhl - Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei sei der Mann ohne Maske von mehreren Fahrgästen aufgefordert worden, diese aufzusetzten. In dem sich entwickelnden Streit warf ein Fahrgast dem Mann eine Bierflasche an den Kopf. Als der Flaschenwerfer den Bus verließ, eilte ihm der Verletzte nach, riss ihn laut Polizei an der Schulter, zerrte an dessen Shirt und schlug ihn mit der Hand ins Gesicht.

An der Haltestelle traf auf zwei Landsleute. Da auch weitere Fahrgäste aus dem Bus ausstiegen, entzündete sich der Streit erneut, so dass der Busfahrer die Polizei rief. Die herbeigerufenen Beamten konnten schlichten und die Personalien der Beteiligten aufnehmen. Auch der Werfer der Bierflasche wurde dabei ermittelt. Gegen ihn wurde Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet.

Der von der Bierflasche am Kopf verletzte Mann wurde mit dem Rettungswagen in das Klinikum nach Suhl eingeliefert. Die Kriminalpolizei Suhl ermittelt und sucht noch weitere Augenzeugen des Vorfalls. Der sei auch von der Kamera des Linienbusses aufgezeichnet worden.

Die Polizei informierte am Dienstag über den Fall, nachdem zuvor eine Antifa-Gruppe die Ereignisse als rassistischen Angriff bezeichnet hatte und die Grüne-Landtagsabgeordnete Madeleine Henfling den Bericht der Gruppe bei Twitter geteilt hatte. Der von der Bierflasche verletzte Mann stammt aus Guinea. Den Angaben der Gruppe zufolge sei er von anderen Fahrgästen rassistisch beleidigt und von mehreren mit der Flasche ins Gesicht geschlagen worden. Zu dem Rassismus-Vorwurf äußerte sich die Polizei in ihrer Mitteilung zu dem Fall nicht. cob/dpa

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