Suhl - Das ist doch mal ein frischer Wind - junge Leute schreiben Texte, gehen damit in eine Art Dichterwettstreit und das Publikum entscheidet, wer siegreich die Wort-Arena verlässt. Der amerikanische Dichter Bob Holmann nannte das ein Paradebeispiel demokratischer Kunst. Mit dem Poetry Slam, der sich vor allem in Großstädten längst etabliert hat, haben die Macher des Freitagssalons - die Volkshochschule und der Verein Provinzkultur - den Nerv des Publikums ganz und gar getroffen. So viel Spaß, Spannung und vor allem eine solche Bandbreite literarischer Texte, die in kurzer Zeit - viel mehr als fünf Minuten stehen den Vortragenden nicht zu - ihre Botschaften zum Publikum transportieren müssen, erlebt man selten. Und dass auf der Bühne junge Leute stehen, die mit ihren Werken, ihren Gedanken und Worten so viel Tiefgang beweisen, verbreitet irgendwie gute Stimmung, auch Optimismus, weil da was nachwächst, dem nicht egal ist, etwas in der Politik, im Zwischenmenschlichen, in der Werte-Hierarchie abgeht.