Suhl/ Zella-Mehlis Augenzeugen: Es war ein wildes Hauen und Stechen

Ein Ehepaar aus Stuttgart hat die Prügelei am Herrenteich hautnah erlebt.

Ein Ehepaar aus Stuttgart hat die Prügelei am Herrenteich hautnah erlebt. Gernand Graf berichtete unserer Redaktion, was er und seine Frau am Mittwochabend sahen:

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"Mehrere Verletzte"

Laut Polizei waren Einheimische und Bewohner der Flüchtlingsunterkunft unterschiedlicher Nationalitäten an der Schlägerei beteiligt. Es habe mehrere Verletzte gegeben, offenbar auch Stichverletzungen in Brust und Bein. Ein Messer sei im Spiel gewesen. Worum es bei der Schlägerei tatsächlich ging, ermittele jetzt die Kripo, sagte eine Sprecherin. Die Angaben seien noch sehr vage, die Befragungen gestalteten sich schwierig. Es kämen Pöbeleien, sexuelle Belästigung oder fremdenfeindliche Motive in Frage. Ermittlungen würden in alle Richtungen geführt. Zeugentelefon: 0 36 81 36 92 25

"Wir waren schon das zweite Mal in Suhl, weil es uns so gefällt. Im City-Hotel haben wir übernachtet. Den schönen Spätsommerabend wollten wir am Herrenteich nach dem Abendessen ausklingen lassen. Dort kann man von den Bänken aus ja so schön die Enten beobachten.

Gerade war die Fontäne abgestellt worden, wie immer um 19 Uhr. Als wir so auf den See schauten, fiel uns eine Gruppe von sechs Männern negativ auf, die direkt an der Nachbarbank standen und saßen. Einer davon, im gelben Hemd, war ziemlich betrunken. Er baggerte immer wieder vorbeilaufende Mädchen an, laut und unangenehm. Auch zwei junge Frauen, so um die 20 Jahre alt, die gemeinsam unterwegs waren. Die wollten sich das aber nicht gefallen lassen und gingen runter zur Friedrich-König-Straße, wo eine Gruppe von Männern wartete, ebenfalls so um die sechs Leute. Das waren wohl ihre Freunde. Einer kam dann mit den Mädchen wieder hoch zum Teich, baute sich vor dem mit dem gelben Hemd auf. "Was willst du eigentlich?", rief er, woraufhin die anderen Männer an der Bank dazwischen gingen. Es gab ein Handgemenge, und auf einen Schlag kamen dann alle Männer unten von der Straße angerannt.

Die zwei Gruppen standen sich gegenüber, es begann eine wilde Schlägerei, Handys flogen durch die Gegend. Es war ganz furchtbar. Irgendwann zerschellte eine Flasche am Boden, die hatte wohl einer geworfen. Ein wildes Hauen und Stechen. Einer flüchtete in die Böschung, dem hat dann jemand einen Tritt gegeben und in den Teich befördert. Es war eine regelrechte Treibjagd. Die waren alle zum Kampf bereit.

Dann, nach einigen Minuten, schien sich die Lage wieder beruhigt zu haben. Aber dann kam plötzlich einer aus der Gruppe der Freunde der Mädchen Richtung Treppe hoch. Er war mit einem riesigen Ast bewaffnet. Keine Ahnung, wo er den her hatte. Mit dem Ast schlug er auf andere ein. Ich dachte ja, irgendwann zückt vielleicht auch einer ein Messer. Aber ein Messer habe ich nicht gesehen, auch kein Blut. Meine Frau war völlig aus dem Häuschen. So etwas hatten wir in Suhl ja nicht erwartet. Ihr wurde es dann zu brenzlig, und wir sind gegangen.

Jetzt sind wir wieder daheim in Stuttgart, in unserem Wohnort am Stadtrand. Der Suhler Polizei haben wir unsere Beobachtungen auch erzählt. Obwohl der Beamte am Telefon erst gar nicht so richtig daran interessiert schien." er