Suhl mit Bach Booster auf die Ohren in der Kirche

Booster gibt es nicht nur bei Impfungen, sondern auch in der Musik. In Suhl wird am Sonntag Johann Sebastian Bach geboostert. Auch Heiden sind bei dem außergewöhnlichen Gottesdienst willkommen. Verhaltenstipps gibt es hier.

Zum Gottesdienst am Sonntag, 7. Mai, in der Suhler Hauptkirche gibt es etwas auf die Ohren. Kantor Philipp Christ verspricht eine strahlende Pracht wenn sich der Eingangschor im Wechsel mit Trompeten, Oboen und Streichern entfaltet. Die Veranstaltung läuft als „Bach-Booster-Gottesdienst“ und beginnt um 17 Uhr. Booster ist das englische Wort für Verstärker und mittlerweile allgemein durch die Impfkampagnen 2021/22 bekannt.

Nach der Werbung weiterlesen

Viermal erklingen in diesem Jahr Kantaten von Johann Sebastian Bach in besonderen Kantatengottesdiensten in der Hauptkirche (die neben dem Rathaus in der Nähe des Marktplatzes). Die Suhler Kantorei, Solisten und ein Kantatenorchester gestalten die musikalischen Gottesdienste. Dieses besondere musikalische Projekt wird ermöglicht als „Experiment Nr. 20“ des Erprobungsraums Kirchenkreis Henneberger Land.

An diesem Sonntag steht nun die Kantate „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ (BWV 137) auf dem Programm. Die Solopartien in Arien und Duetten übernehmen Anna Gann (Sopran), Katharina Fulda (Alt), Thomas Lüllig (Tenor), Hans Gebhardt (Bass). Es spielt ein Kantatenorchester unter Leitung von Philipp Christ. Der Gottesdienst wird geleitet von Pfarrerin Catherine Heckert.

Bach komponierte die Choralkantate 1725 in Leipzig. Er ergänzte mit ihr seinen zweiten Kantatenzyklus. Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren über die „Klarheit des Geistes“, und die Heilung eines Taubstummen. Der Kantatentext ist das fünfstrophige Lied von Joachim Neander Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren (1680).

Das allgemeine Lob- und Danklied bezieht sich nicht unmittelbar auf die Lesungen. Abweichend von fast allen Choralkantaten des zweiten Zyklus behielt Bach die Worte unverändert bei. Dies und die festliche Besetzung mit Trompeten und Pauken lassen vermuten, dass die Kantate auch im Gottesdienst zur Ratswahl musiziert wurde. Bach benutzte 1729 den Schlusschoral, transponiert nach D-Dur, um die Hochzeitskantate „Herr Gott, Beherrscher aller Dinge“, abzuschließen.

Als Heide im Gottesdienst?

Kleidung
Eine feste Kleiderordnung gibt es in der Kirche nicht. Der Schlaf- oder Jogginganzug muss es aber auch nicht sein. Legere Alltagskleidung mit Jeans / Stoffhose und Pullover sind völlig in Ordnung.

Muss man singen?
Nein. Wer nicht möchte, muss auch nicht mitsingen. Das gilt übrigens genauso für das Mitsprechen von Gebeten. Wer unsicher ist oder sich nicht traust, kann auch nur leise mitsingen. Auf jeden Fall ist ein Gottesdienst keine Versammlung von Profimusikern. Wenn jemand schief singt, dann muss das nicht peinlich sein.

Wann muss man stehen?
Bei manchen Teilen des Gottesdienstes steht die Gemeinde auf, etwa beim gemeinsamen Sprechen von Gebeten wie dem Vaterunser. In aller Regel sagt die Pfarrperson das auch an oder gibt ein Zeichen. Manche Gemeinden schreiben das zudem auf die Liedblätter. Falsch machen kann man aber ohnehin nicht viel: Man merkt ja, wenn die anderen aufstehen.

Darf man früher gehen?
Das ist zum einen unhöflich, zum anderen stört es die anderen Besucher. Erst recht dann, wenn man in der Mitte der Bank sitzt und die anderen für einen umständlich Platz machen müssen. Daher ist es sinnvoll zu warten, bis der Gottesdienst zu Ende ist.

Muss man spenden?
Entweder während, oder am Ende des Gottesdienstes wird eine Kollekte gesammelt, also eine Spende für den guten Zweck. Je nachdem, wie wichtig einem der Spendenzweck ist, kann man dafür mehr oder weniger Geld geben. Zu spenden ist keine Pflicht. Niemand überprüft oder kommentiert. Aber wenn man spenden möchte, sollte man am besten passendes Bargeld dabei haben. Schon zwei, drei Euro sind völlig ok.