Suhl Hochhauscafé mit Rundblick über Suhl

Gerd Manig
Das Café im Hochhaus. Foto:  

Am 30. Januar 1982, heute vor 40 Jahren, öffnete mit dem Panorama-Café im Hochhaus am Viadukt die höchstgelegene gastronomische Einrichtung im Suhler Stadtzentrum.

Suhl - Wo ist die Zeit hin, als hier noch das Wohngebiet Aspen mit den kleinsten Häusern von Suhl stand? Das Foto gibt uns noch einmal einen Eindruck vom ehemaligen Aspen und den zum Teil nur eingeschossigen Häusern wieder. Die Planung des neuen Stadtzentrums, Mitte der 1970er Jahre, sah für den Platz an der Viaduktkreuzung ein imposantes Hochhaus mit einer Caféterrasse vor. Der Kontrast konnte nicht größer sein, denn das Wohnhochhaus mit seinen 86 Metern und 240 Wohnungen überragte die ganze Stadt.

Mit einem Schnellaufzug erreichte man das Panoramacafé in der 26. Etage und 100 Gästeplätzen. Mit seiner feierlichen Eröffnung am 30. Januar 1982 bot sich den Gästen von der Aussichtsplattform mit seinen 70 Quadratmetern Fläche ein fantastischer Rundblick über Suhl. Über den Dächern der Stadt warteten kulinarische Leckerbissen, manch guter Tropfen und regelmäßig Tanzmusik auf die begeisterte Gästeschar.

Die Freude sollte aber leider nur zehn Jahre andauern, denn der Komplex Hochhaus, Kaluga-Restaurants, Schwimmhalle und Stadthalle waren von der Stadt nicht zu halten beziehungsweise zu betreiben. Es kam zu dem legendären Immobiliengeschäft mit dem Verkauf des Objekts zum symbolischen Preis von einer Mark an den Kerpener Bau- und Immobilienunternehmer Hillebrand. Mitten im größten Baugeschehen stieg Hillebrand 1995 aus und hinterließ der Stadt einen Investionstrümmerhaufen. Die Commerz-Leasing GmbH Düsseldorf übernahm die Investition, bis auf das Hochhaus-Projekt. Die Unternehmensgruppe Baumhögger Dortmund nahm sich 1997 der Investitionsruine Hochhaus am Viadukt an. Die Entkernung des Gebäudekomplexes begann am 7. Januar 1997 und wurde am 15. April 1997 schon abgeschlossen. Das Hochhaus schrumpfte auf 55 Meter und nur noch 15 Geschosse.

Nach einer grandiosen Umbauzeit wurde das Hochhaus am 1. Juni 1998 als „Europa Congresshotel Suhl“ übergeben. Das neue Hotel präsentiert sich mit 133 komfortabel eingerichteten Zimmern in einem besonderen Flair für Gäste aller Couleur. Mit Tagungsräumen für Konferenzen ausgestattet, bot es alle Möglichkeiten für einen Besuch in Suhl. Nachfolgend wurde unter wechselnden Eigentümern das Haus dann bis 2008 durch die Hotelkette Mercure Accor geführt. Ab Februar 2008 wurde das Kongress-Hotel unter dem Eigentümer „Golden Tulip weitergeführt. Noch im gleichen Jahr wechselte das Haus schon wieder den Eigentümer und trug nun den neuen Name „Arcadia-Hotel“. Im März 2017 stand das Hotel zur Versteigerung, wobei sein Verkehrswert auf zwei Millionen Euro und des Inventars auf 100 000 Euro festgesetzt wurde. Nach einer Versteigerungssumme von 3,5 Millionen Euro war am 30. März 2017 um 11.08 Uhr Manfred Thurmann neuer Eigentümer des Hotels am Viadukt. Nach gezielten Umbauten erhielt das Hochhaus den Namen „City-Hotel. Seit 2018 trägt das Hotel vier Sterne und zählt damit zur „First Class“. Wünschen wir zum 40. Jubiläum dem Eigentümer für sein City-Hotel trotz Corona einen wirtschaftlichen Erfolg.

 

Bilder