Suhl Forscher für junge Tumorpatienten

Professor Neubauer (rechts) und sein Kollege Dr. Frank Seeber am CT. Foto: SRH

Ein Suhler Radiologe und Kinderradiologe hat jetzt eine besondere Professur an der Uni Ulm erlangt. Für Forschungsarbeit, die auch seinen hiesigen Patienten zugute kommt.

Suhl - Privatdozent Dr. med. habil. Henning Neubauer, Radiologe und Kinderradiologe in der SRH-Poliklinik Suhl, wurde von der Universität Ulm aufgrund seiner langjährigen Verdienste um Forschung und Lehre zum „außerplanmäßigen Professor“ ernannt. Darüber informierte jetzt ein Sprecher des SRH-Zentralklinikums.

Einen Tag pro Woche widmet er sich dort universitärer Forschung und Lehre. Sein Forschungsschwerpunkt sei die MRT-Bildgebung bei Kindern, insbesondere bei jungen Tumor- und Rheumapatienten, sowie die Herz-Bildgebung. Die Forschungsergebnisse stelle er auf nationalen und internationalen Fachkongressen vor, beispielsweise auf den Jahrestreffen der Europäischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Kinderradiologie und beim Deutschen Röntgenkongress. Über 40 wissenschaftliche Fachartikel habe Neubauer bisher publiziert und etliche junge Ärzte bei der Erstellung ihrer Doktorarbeiten betreut. Seit mehr als zehn Jahren halte er Vorlesungen und Seminare im universitären Lehrbetrieb zu Themen der Kinder- und der Erwachsenenradiologie sowie des Strahlenschutzes. In Ulm sei er zudem seit vier Jahren Dozent im Internationalen Studiengang „Advanced Oncology“, der sich mit der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen beschäftigt.

Im Sommer 2017 war Henning Neubauer mit seiner Familie in seine Heimatstadt Suhl zurückgekehrt. In letzter Sekunde entschied damals die Kassenärztliche Vereinigung positiv über eine seltene sogenannte „Sonderbedarfszulassung“ für die Poliklinik-Radiologie im SRH-Zentralklinikum, sodass er seinen Dienst antreten konnte. Gemeinsam mit Kollegin Dr. Elvira Schneider war er fortan für ambulante Diagnostik mit CT, MRT, Ultraschall und Röntgen zuständig. Vor zwei Jahren kam Facharzt Dr. Frank Seeber als dritter ambulant tätiger Radiologe dazu und komplettierte das Team.

„Jeder von uns hat dabei seine fachlichen Schwerpunkte. Die Radiologie als Querschnittsfach erfordert Wissen und Erfahrung auf nahezu allen anderen medizinischen Fachgebieten. Und ein Radiologen-Leben ist zu kurz, um sämtliche Krankheiten auch nur einmal im Bild gesehen zu haben. Deshalb vergeht kaum ein Tag, an dem wir uns nicht zu einem spannenden oder unklaren Befund besprechen. Im Zweifelsfall schafft ein zweites oder drittes Paar Augen mehr Sicherheit für den Patienten, und am Ende sind wir dann alle noch ein bisschen schlauer.“ So beschreibt Prof. Neubauer den Arbeitsalltag in der ambulanten Radiologie. In deren Modernisierung haben Klinikum und Poliklinik in den Jahren 2018/2019 viel investiert, Geräte und Prozesse digitalisiert, ein zweites MRT angeschafft. Mit den neuen Kapazitäten wurden dann im Corona-Jahr 2020 über 17 000 ambulante Untersuchungen in der radiologischen Poliklinik-Praxis am Klinikum durchgeführt. Deutlich mehr als die Hälfte der Patienten kommt dabei mittlerweile nicht aus Suhl, sondern aus den umliegenden und aus weiter entfernten Landkreisen bis hinein in das Franken-, Sachsen- und sogar Schwabenland.

„Unser Anspruch sind radiologische Untersuchungen auf fachlich exzellentem Niveau bei möglichst kurzen Wartezeiten. Wir befunden außerdem alle ambulanten Untersuchungen am gleichen Tag und übermitteln die Ergebnisse dann je nach Dringlichkeit umgehend per Post, Fax oder Telefon an die zuweisenden Ärzte. Die Arbeit des Radiologen ist erst dann getan, wenn der Befund beim weiterbehandelnden Arzt angekommen und wenn nötig mit ihm auch diskutiert ist. Es geht uns immer zuerst um die gute Versorgung unserer Patienten“, versichert Neubauer, der an vier Wochenarbeitstagen in der ambulanten Suhler Radiologie arbeitet. Von seiner Tätigkeit an der Universität Ulm, da ist er sicher, können auch die Patienten in Suhl und Umgebung profitieren. Und sobald es die Corona-Situation wieder zulässt, will er Veranstaltungen im Programm der Volkshochschule Suhl zu spannenden Themen aus der Radiologie anbieten.

Für ambulante Röntgenuntersuchungen in der Poliklinik-Radiologie können Patienten übrigens während der Öffnungszeiten ohne vorherige Terminabsprache erscheinen. Für Mammographie, Sonographie/Ultraschall, CT und MRT muss zuvor ein Untersuchungstermin vereinbart werden. Persönlich vor Ort, telefonisch, per Fax oder E-Mail. Zur Untersuchung mitzubringen sind die Versicherungskarte und der Überweisungsschein bei gesetzlich krankenversicherten Patienten. Der Überweisungsschein ist jeweils für das laufende und für das folgende Quartal gültig. Bei privatversicherten Patienten hilft oft eine schriftliche Überweisung des behandelnden Arztes mit einer konkreten Fragestellung zur geplanten Untersuchung. Falls es frühere relevante Untersuchungen aus einer anderen Klinik oder Praxis gibt, so sollten die entsprechenden Bilder auf CD und der Befundbrief zur Untersuchung mitgebracht werden.

Aktuell können Patienten MRT-Termine meist innerhalb von zwei Wochen, CT-Termine oft innerhalb weniger Tagen erhalten, in medizinisch dringlichen Fällen auch kurzfristig über den behandelnden Arzt. • Öffnungszeiten und Erreichbarkeit: Montag, 8 - 14 Uhr; Dienstag, 11 - 18 Uhr; Mittwoch, 8 - 12 und Donnerstag, 9 - 16 Uhr. ((0 36 81) 35 62 25, Fax-Anfrage (0 36 81) 35 66 25 oder per E-Mail: termine-radiologie-suhl@srh-poliklinik.de

 
 

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