Suhl Erstaufnahme kein Inzidenztreiber

Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Friedberg. Foto: Archiv/proofpic.de

Seit Monaten gab es nur wenige Fälle von Covid-19-Infektionen in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes auf dem Friedberg. Das hat sich in der vergangenen Woche geändert.

Suhl - Seit Monaten gab es nur wenige Fälle von Covid-19-Infektionen in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes auf dem Friedberg. Das hat sich in der vergangenen Woche geändert, als bei 35 Bewohnern ein PCR-Test plötzlich ein positives Ergebnis brachte, was in der Stadt und in den sozialen Netzwerken für Diskussionsstoff sorgte. Viele Bürger beklagen, dass die Infektionen in der EAE für die Stadt mitgezählt werden und somit den für eine Schließung oder Öffnung der Kindergärten oder Schulen relevanten Sieben-Tage-Inzidenzwert nach oben treiben.

Dem widerspricht Oberbürgermeister André Knapp. „Der für die Schließung der Einrichtungen am 29. April maßgebliche Inzidenzwert hätte auch ohne die Fälle in der EAE deutlich über 200 und damit über der 165er Grenze gelegen“, sagt er. Am 12. April war bei einer 37-jährigen Bewohnerin der EAE mit Erkältungssymptomen eine Corona-Infektion nachgewiesen worden. Sie und weitere 136 mögliche Kontaktpersonen, ganz überwiegend Familien mit Kindern, wurden daraufhin vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt. Bei allen wurde mit Eintritt in die Quarantäne ein PCR-Test durchgeführt. Dabei gab es keine weiteren positiven Fälle.

Mit Auslaufen der Quarantäne Anfang vergangener Woche erfolgte entsprechend der RKI-Vorgaben erneut ein PCR-Test – das sogenannte „Heraustesten“. Dieses, so Knapp, habe bei 35 Personen aus der Kohorte der unter Quarantäne stehenden Personen ein positives Ergebnis gezeigt. Für diese Personen wurde die Quarantäne entsprechend der Vorschriften verlängert, für die anderen aufgehoben. Das Infektionsschutzkonzept der EAE sieht für unter Quarantäne gestellte Bewohner die Unterbringung in einem separaten Gebäude auf dem Gelände vor. Nachweislich infizierte Personen werden dort noch einmal isoliert von den anderen untergebracht.

Am gestrigen Dienstag fielen diese 35 Fälle aus der Sieben-Tage-Inzidenz der Stadt heraus.

Knapp widerspricht Mutmaßungen, wonach geselliges abendliches Beisammensein zum Essen beim seit 12. April begangenen Ramadan eine Ursache der Infektionshäufung sein könnte. „Das Essen wird den Bewohnern, die den Ramadan begehen, abends auf die Zimmer gebracht, so dass keine größeren Ansammlungen entstehen“ sagte er. Die Kontaktbeschränkungen würden in der Erstaufnahme entsprechend des Hygieneschutzkonzept genauso wie in anderen Gemeinschaftsunterkünften wie Alten- und Pflegeheimen umgesetzt und kontrolliert.

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