Orakel Staubi Ein Abstauber entscheidet die Partie Deutschland gegen Ungarn

Für die Hymen haben sich die beiden Nationalmannschaften brav nebeneinander positioniert. Im Spiel wird es allerdings ruppiger zur Sache gehen. Foto: /cd

Nach Schnecken gegen Frankreich und Schildkröten gegen Portugal orakelt heute ein elektronischer Einzelkämpfer namens Staubi den Ausgang des EM-Spiels zwischen Deutschland und Ungarn.

Suhl - Seine tierischen Orakel-Vorgänger bewegten sich nur fort, weil sie mit Nahrung gelockt wurden. Der Staubsaugerroboter Staubi, der heute den Ausgang zwischen Deutschland und Ungarn prophezeit, lässt sich dagegen nicht so einfach mit Futter manipulieren. Die Krümel, die er auf dem Weg zur ungarischen oder deutschen Flagge auf dem Holzboden des Wohn- und Esszimmers findet, wurden zumindest nicht absichtlich dort platziert. Die deutsche und ungarische Flaggen dagegen schon. Die Landesfarben, die zuerst unter dem saugenden Roboter verschwinden, sagen den Gewinner des Spiels voraus.

Vielbeinige Abwehr

Eine lange Abtastphase und taktisches Geplänkel gibt es schon mal nicht. Klar, es geht für beide Teams um ziemlich viel. Denn sowohl die Ungarn als auch die Deutschen können das Achtelfinale erreichen. Die Partie ist umkämpft und schon in den Anfangsminuten ist Staubi in viele Zweikämpfen verwickelt. Der Tisch und die Stühle im Esszimmer sind nur ihrer Beschaffenheit nach hölzern. Clever verdichten sie die Räume und machen Staubi so das Leben schwer. So prallt der saugende Solist immer wieder an dieser vielbeinigen Abwehrreihe ab. Doch dann ein Geniestreich: Mit einer Drehung um die eigene Achse schüttelt Staubi seine lästigen Gegenspieler aus Holz gekonnt ab. Genau wegen solcher Aktionen wurde er damals für eine vergleichsweise hohe Ablösesumme gekauft. Jetzt kommt der Roboter richtig in Fahrt und schon gefährlich nahe an die ungarischen Landesfarben.

Taktisches Foul

Die erfahrene deutsche Abwehr weiß sich nur mit einem groben Foulspiel zu bekämpfen. Ein auf dem Boden vergessenes Handyladekabel bremst den Roboter auf Höhe der Mittellinie aus. Ein taktisches Foul, wie es im Buche steht. Betreuer eilen aufs Spielfeld und müssen Staubi verarzten, die Fehlermeldung auf seinem Display ist ein Schock für alle Zuschauer. Kurze Zeit später die Erleichterung: Dank Neustart kann es für den Roboter weitergehen.

Die Entscheidung liegt jetzt in der Luft. Staubi will einen Treffer und den darauffolgenden Schlusspfiff erzwingen. Zu groß scheint die Angst, sich erneut in diesem verflixten Kabel zu verheddern. Es wird ganz eng für die Deutschen, der Roboter hat die ungarischen Flagge schon fast berührt. Kurze Zeit später ist es dann passiert. Staubi saugt nicht mehr Fußboden, sondern nun das Blatt Papier mit den ungarischen Farben rot, weiß und grün. Der Sieg der Ungarn ist allerdings teuer erkauft. Die soeben abgestaubte Flagge bekam einen ordentlichen Knick ab.

Das Fünkchen Hoffnung

Für die deutsche Mannschaft muss die Niederlage aber nicht gleichzeitig das Ende des Titeltraums bedeuten. Behält das Orakel Recht, haben Jogis Männer immer noch die Chance weiterzukommen. Dann muss Frankreich allerdings zeitgleich gegen Portugal gewinnen.

 

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