Südthüringentrail in Suhl Es ist angerichtet für 800 Wichtel, Riesen und Helden

Vereinsmitglieder und Helfer des Südthüringentrail packen in der wta-Halle im Simson-Gewerbepark die Starterbeutel f Foto: frankphoto.de

Der Südthüringentrail, nach dem Rennsteiglauf zweitgrößte Laufsportveranstaltung der Region, feiert Mini-Jubiläum. Zum fünften Mal hetzen am 11. September Trailrunner aus ganz Deutschland um Suhl über Stock und Stein.

Suhl - Niemals hätten Mirko Leffler und eine Handvoll anderer Ultra- und Traillaufenthusiasten 2017 daran geglaubt, dass ihre Idee einer naturnahen, herausfordernden Laufsportveranstaltung auf teils verschlungenen Wegen abseits der Hauptschlagader des Thüringer Waldes eine solche Erfolgsgeschichte wird. Innerhalb von nur fünf Jahren haben sich die Teilnehmerzahlen nicht nur verdoppelt. Ein Startplatz ist mittlerweile so begehrt, dass in diesem Jahr etwa für den kurzen Lauf, den 17 Kilometer langen Wichteltrail, alle Startplätze schon nach nicht einmal 24 Stunden vergeben waren und das Kontingent für den 47 Kilometer langen Riesentrail schon nach fünf Tagen ausgeschöpft war.

Beinahe 800 Starter gehen auf den drei Trailstrecken rund um Suhl vom Simson-Gewerbepark bis hinauf zum Rennsteig und Schneekopf auf die wilde Hatz. „Viel mehr“, bedauert Cheforganisator Mirko Leffler, „geben die Kapazitäten im Start- und Zielbereich einfach nicht her.“ Viele Läufer aus ganz Deutschland stehen noch auf Wartelisten, um nachzurücken, falls ein gemeldeter Athlet absagt.

Familiäres Flair und reizvolle Strecken

Es sind zum einen das familiäre Flair, die liebevolle Organisation und die herausragende Versorgung der Athleten, die dem Lauf getreu dem Motto „Der Trail mit Herz“ solchen Zulauf beschert. Zum anderen sind es die mit vielen Höhenmetern gespickten, anspruchsvollen, aber landschaftlich überaus reizvollen Strecken abseits des bekannten Hauptwegenetzes im Thüringer Wald. Dieses Eldorado hat der Südthüringen­trail für die wachsende Trailrunningszene erschlossen und zu einem Must have für Läufer gemacht, die lieber abseits der Waldwege und urbanen Asphaltpisten ihrem Sport frönen.

Die wachsende Fangemeinde bescherte dem Südthüringentrail unter anderem die Aufnahme in den German Trailrunning Cup. In diesem Jahr werden von der Deutschen Ultramaraton-Vereinigung (DUV) auf der Strecke des mit 65 Kilometer ultralangen Heldentrails sogar die deutschen Meister im Ultratrail gekürt – ein Ritterschlag für jede Trailrunning-Veranstaltung, der für die hohe Qualität des Südthüringentrails spricht. „Einer der wenigen Wettbewerbe, wo nicht nur Trail draufsteht, sondern auch drin ist“, lobt etwa DUV-Präsident Olaf Ilk.

Mehr Aufwand durch die Meisterschaft

Die Durchführung dieser nationalen Meisterschaft, bei der auch etliche „Cracks“ am Start sind, verlangt natürlich auch in der Organisation einen vielfach höheren Aufwand. Dies gerade mit Blick auf die noch immer herrschende Pandemie-Lage. Im Vorjahr hatten die Macher des Südthüringentrails bis zuletzt um die Durchführung des Laufes gekämpft – und konnten als einzige Laufsportveranstaltung der Region tatsächlich den Startschuss geben. Auch in diesem Jahr hat sich die Hartnäckigkeit gelohnt. „Wir haben im Vorjahr gezeigt, dass unser Hygieneschutzkonzept aufgeht und sehr gut mit der Stadt zusammengearbeitet“, sagt Leffler.

Freilich sind dem Südthüringen­trail durch die Pandemie auch Sponsoren abhandengekommen. „Aber wir haben auch neue gewonnen“, sagt Leffler, der mit Schatzmeisterin Andrea Abendroth, Sportwart Stefan Hantscher und einer treuen Helferschar des Südthüringentrail e.V. jedes Jahr unzählige Stunden Freizeit in die Vorbereitung und Durchführung des Laufes investiert.

An die 130 Unterstützer und Helfer sind dieses Jahr mit an Bord, damit im Start- und Zielbereich sowie auf den Strecken und an den Verpflegungsstellen alles reibungslos abläuft. Und das vom ersten Start um 5 Uhr in der Früh bis zum letzten Zieleinlauf und der Auswertung am späten Nachmittag.

Ehre vom Bratwurstkönig

Darunter ist auch wieder das Team der Bergwacht Goldlauter, das die medizinische Versorgung absichert. Im Start- und Zielbereich rund um die wta-Halle im Simson-Gewerbepark gibt es ab 10 Uhr nicht nur ein buntes Rahmenprogramm unter anderem mit Darbietungen der Karnevalsvereine Ikalla und ZCC für Begleiter, Zuschauer und Sportler, sondern es warten auch Massagen auf die Finisher.

Den Startschuss zum Wichteltrail gibt um 10.15 Uhr in Vertretung des Oberbürgermeisters als Schirmherr Beigeordnete Ina Leukefeld. Bürgermeister Jan Turczynski muss nahezu zeitgleich den Oberbürgermeister beim Thüringer Wandertag in Vesser vertreten. Moderiert wird der Zieleinlauf wiederum von Rennsteiglauf-Zielsprecherin Petra Kühn, die in diesem Jahr von Niklas Fuchs, der Stimme der Inselbergschanze in Brotterode, unterstützt wird. Medaillen und Pokale bekommen die Sieger aus den majestätischen Händen von Bratwurstkönig Norbert I.

Auf Großbildschirmen in der Halle oder per Handy-App können die Läufer per GPS auf den drei Strecken getrackt werden – ein Service, den aus Kostengründen nur sehr wenige Veranstalter bieten und mit dem sich der Südthüringentrail ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen hat. Zuschauer und Begleiter sind in diesem Jahr wieder zugelassen und gern gesehen – sowohl im Zielbereich als auch entlang der Strecken.

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