Südlink-Trasse Südlink: Bohrungen stehen nun ins Haus

Fambach ist nicht nur betroffen vom Südlink, hier fanden auch schon zahlreiche Aktionen gegen die Stromtrasse statt – wie hier im vergangenen Jahr. Foto: Birgitt Schunk

Die Vorbereitungen für den Südlink gehen weiter. Für das Werratal sind Baugrunduntersuchungen angekündigt. Die Trassengegner warnen vor massiven Eingriffen.

Breitungen/Fambach/Henneberg - Aktuell läuft das Planfeststellungsverfahren für den Bau der Mega-Stromtrasse Südlink im Abschnitt zwischen Gerstungen und Meiningen-Henneberg. Parallel dazu sollen nun Untersuchungen am Baugrund erfolgen. Im Amtsblatt der Gemeinde Breitungen vom August dieses Jahres – aber auch anderswo - haben die Stromnetzbetreiber entsprechende Arbeiten angekündigt.

„Die Grundstückseigentümer sollten auf der Hut sein“, sagt Heiko Ißleib, der Vorsitzende des Vereins „Thüringer gegen Südlink“. Erfahrungen aus Bayern hätten gezeigt, dass es dabei nicht gerade behutsam zugehe. „Uns wurde berichtet, dass Firmen, die diese Arbeiten übernehmen, aufs nasse Feld fuhren, auf denen nicht mal das Getreide abgeerntet war, und ein Chaos hinterlassen haben“, so Ißleib. Grundstückseigentümer könnten ein Betretungsverbot aussprechen. Er weiß, dass Flächeneigentümern aber schon 1000 Euro Strafe angedroht worden seien, wenn sie die Untersuchungen nicht zulassen wollen.

„Wer Fragen hat, kann sich an uns wenden“, so der Vereinschef. Zumindest sollte man seiner Meinung nach niemanden auf privatem Grund und Boden schalten und walten lassen, sondern Bedingungen stellen. „Nur unter konkreten Auflagen sollte einer solchen Baugrunduntersuchung zugestimmt werden“, rät Ißleib. So müsse der Vorher- und Nachher-Zustand erfasst werden.

Die Fahrzeuge, die anrücken, müssten außerdem einen entsprechenden TÜV haben und dürften nur umweltverträgliches Öl einsetzen. „Das hat seinen guten Grund: Wenn ein Schlauch platzen sollte, hat sonst der Flächeneigentümer den Schaden, denn er muss den kontaminierten Boden entfernen und entsorgen – und das kostet“, warnt Ißleib. Er weiß von einem Grundstücksbesitzer aus dem Raum Sülzfeld, der bereits Anzeige erstattet hat wegen Nötigung mit Blick auf die Untersuchung und das angedrohte Strafgeld. Und auch der Stellvertretende Vereinsvorsitzende Jürgen Herrmann aus Fambach weiß, dass in seiner Gemeinde ebenso schon entsprechende Schreiben unterwegs sind, die Baugrunduntersuchungen ankündigen.

Im Amtsblatt wurden diese für die Gemeinden Breitungen und Fambach für die Zeit vom 1. September 2021 bis 1. März 2022 angekündigt. „Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens finden zunächst an technisch anspruchsvollen Querungen Untersuchungen zum Baugrund statt“, heißt es seitens der Stromnetzbetreiber. „Mithilfe der Untersuchungen vertiefen wir deshalb unsere Kenntnisse der jeweiligen lokalen Voraussetzungen des Baugrunds.“ Für den An- und Abtransport aller für die Durchführung der Arbeiten erforderlichen Geräte, Fahrzeuge, Werkzeuge und Materialien müssten öffentliche und private Straßen und Wege in Anspruch genommen werden.

Für die Baugrunduntersuchungen würden mit einem Bohrgerät (Bohrungen mit einem Durchmesser von bis zu 150 mm) oder einem Raupenbohrgerät Bodenproben von zirka einem Meter Länge bis in 30 Meter Tiefe entnommen. Zeitlich parallel und in unmittelbarer Nähe zu den Kernbohrungen würden Druck- sowie Rammsondierungen durchgeführt. Des Weiteren seien ergänzende Baggerschürfe bis maximal drei Meter Tiefe vorgesehen. Nach Abschluss der Bohrarbeiten würde alles wieder fachgerecht verfüllt. Sollte es trotz aller Vorsicht zu Schäden kommen, würden diese durch die TransnetBW GmbH bzw. durch die von ihr beauftragten Firmen entsprechend den gesetzlichen Regelungen angemessen entschädigt, hieß es.

Doch darauf wollen sich die Trassengegner nicht verlassen – und mahnen zu Vorsicht. Ihr Kampf gegen den Bau der Stromautobahn vom Norden Deutschlands in den Süden geht weiter. Dem dient auch die Podiumsdiskussion am Sonntag, 12. September 2021, um 15 Uhr auf der Fambacher Freilichtbühne. Die Direktkandidaten für den Bundestag sollen hier klar bekennen, wie sie zum Südlink stehen. Die Veranstaltung steht unter der Überschrift „SuedLink – Welche Partei kann uns davor bewahren?“.

 

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