Südlink Südlink: Kandidaten sollen Farbe bekennen

Jürgen Herrmann, Jürgen Schröder, Heiko Ißleib und Heike Koch bereiten die Diskussionsrunde vor. Foto: Birgitt Schunk

Auf einer Podiumsdiskussion am Sonntag in Fambach soll Klartext zum Südlink geredet werden. Trassengegner und Bürger wollen die Bundestagskandidaten mit Fragen löchern – und hören, wie sie dazu stehen

Schmalkalden/Meiningen - Für die Bundestagswahl läuft der Countdown. Großes Thema in allen Wahlkampfveranstaltungen ist immer wieder auch die Energiewende. Für die Gegner der geplanten Stromtrasse Südlink Anlass genug, hier konkret nachzuhaken. Sie wollen von den Kandidaten klipp und klar wissen, wie sie zum Netzausbau und eben konkret auch zum Südlink stehen. „Schließlich kann nur die Politik den milliardenschweren Bau der Mega-Stromtrasse noch kippen, denn die Politik war es auch, die uns diese immense Geldverschwendung eingebrockt hat“, sagt Jürgen Herrmann, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Thüringer gegen Suedlink“. Die angebliche Notwendigkeit des Baus sei lange schon widerlegt. Längst sei bekannt, dass diese Stromautobahn nicht vordergründig gebraucht wird, um Strom vom Norden in den Süden zu bringen. „Das haben verschiedene wissenschaftliche Gutachten inzwischen belegt“, erklärt Vereinsvorsitzender Heiko Ißleib.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte sogar in Schmalkalden 2018 eingeräumt, dass der Südlink für den internationalen Stromhandel gebraucht wird. Das hatte für Empörung gesorgt. „Denn dies bedeutete, dass andere gut Geld mit der Trasse verdienen wollen und die Bürger die Dummen sind und dafür noch die Voraussetzungen schaffen, indem sie die Stromautobahn bezahlen“, so Jürgen Herrmann. Deshalb soll nun noch einmal Tacheles geredet werden.

Der Verein erwartet am Sonntag,12. September, um 15 Uhr die Direkt-Kandidaten des Wahlkreises 196 auf der Fambacher Freilichtbühne. Schließlich soll der Südlink auch genau hier am Ortsrand nahe der Wohnbebauung entlang führen. „Das wird – von den Kosten mal ganz abgesehen – viele negative Auswirkungen für unser Dorf haben“, sagt Herrmann.

Zugesagt für die Diskussionsrunde in Fambach hatten nach Angaben des Vereins bis zum Wochenende bereits Frank Ullrich (SPD), Gerald Ullrich (FDP), Hans-Georg Maaßen (CDU), Sandro Witt (Die Linke), Jürgen Treutler (AfD) und Stefan Schellenberg (ÖDP). „Die Bürger sind aufgerufen, diese Gelegenheit zu nutzen – wir können den Südlink und weitere sinnlose Mega-Trassen noch verhindern“, sagt Vereinsvorsitzender Heiko Ißleib.

Das Planfeststellungsverfahren wird derzeit weiter betrieben. „Ein Unding“, sagen die Trassengegner. In der Vergangenheit liefen bereits faunistische Kartierungsarbeiten in der Region. Hier wurde die Tierwelt unter die Lupe genommen. Dagegen gab es Widersprüche, weil Grundstücke betreten wurden. „Die Eingriffe, die allerdings jetzt auf die Leute zukommen, werden heftiger sein“, so Ißleib. Das belegten Erfahrungen aus anderen Regionen, in denen Baugrunduntersuchungen – zu denen auch Bohrungen gehören - bereits liefen.

Unterdessen hat der Vorhabensträger TransnetBW zu Eigentümerdialogen eingeladen – nach Breitungen (6./7.9.), Wasungen (8./9.9.), Meiningen (13.9.), Rhönblick, OT Bettenhausen (14./15.9.), Gerstungen (21./22.09.) und Bad Salzungen (23./24.09.).

Der Verein weist darauf hin, dass bei schlechtem Wetter die Veranstaltung in Fambach von der Freilichtbühne ins Bürgerhaus des Ortes (ehemalige Gaststätte Rosengarten) verlegt wird. Sie findet unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln statt.

 

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