Deutschland ist beim Alkohol im internationalen Vergleich „Hochkonsumland“, stellt Gesundheitsforscher Ulrich John vom Uniklinikum Greifswald klar. „Eine viel zu positive Wahrnehmung von Alkohol ist weit verbreitet.“ Das Risikobewusstsein falle zu gering aus. Nach neuestem wissenschaftlichen Stand könnten schon kleine Mengen das Risiko für ernste Erkrankungen erhöhen. Bei Frauen liege die kritische Grenze bei einem halben Glas Wein am Tag - zwei Tage pro Woche ohne Alkohol vorausgesetzt. Bei Männern betrage die kritische Menge das Doppelte - in Bier ausgedrückt: Ein halber Liter am Tag. „Das Optimum ist ein alkoholfreies Leben“, betont der Experte. Die Datenbasis sei auch noch nicht ausreichend, um daraus schon zu zu folgern, dass die Corona-Beschränkungen - geschlossene Kneipen, abgesagte Feste - zu einer Konsumsenkung beigetragen hätten, meint der Wissenschaftler.