Überschwemmungen können Abwässer und Fäkalien in Trinkwasserquellen spülen, Latrinen können beschädigt, Kläranlagen überflutet sein. In den Notunterkünften werden nach Angaben der Organisation bereits Kinder mit Fieber und Atemwegsinfektionen behandelt. Besonders groß ist die Sorge vor Durchfallerkrankungen wie Cholera und Hautinfektionen. Stehendes Wasser bietet zudem ideale Brutstätten für Mücken und erhöht damit das Risiko für Dengue-Fieber.
Kritik an Chinas Informationspolitik
Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Informationslage rund um die Sturzflut-Katastrophe in Chinas autonomer Region Tibet. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) verwies auf Berichte, wonach Journalisten in China der Zutritt zum Katastrophengebiet sowie Interviews mit den betroffenen Familien untersagt worden seien.
Ausländische Journalisten benötigen für eine Einreise nach Tibet schon seit Jahren eine Sondergenehmigung. Aus dem Südwesten Tibets berichteten bislang nur staatliche Medien.
Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker warf der Führung in Peking vor, eine "anhaltende Informationsblockade" aufrechtzuerhalten. Videos vom zerstörten Grenzübergang Gyirong und dem Ausmaß der Zerstörung auf tibetischer Seite seien binnen weniger Stunden von chinesischen Online-Plattformen verschwunden. Die Führung in Peking hatte Vorwürfe der Zensur zuletzt zurückgewiesen.