Ob sich Heinz Mädel und Klaus-Peter Kühn jemals gekannt haben? Zumindest flüchtig? Jedenfalls gibt es drei Dinge, die sie tragisch verbinden. Beide sind in Suhl getötet worden. Beide aus rechtsextremen Motiven. Mädel – der zum Zeitpunkt seines Todes 58 Jahre alt war – wird im Juni 1990 von zwei jungen Frauen in der ehemaligen DDR-Bezirksstadt angegriffen – ohne erkennbaren Grund. Er ist gerade auf einem Abendspaziergang unterwegs. Mehrfach treten die beiden jungen Frauen auf ihn ein, auf seinen Oberkörper, auf sein Gesicht. Während der Tat beschimpft ihn mindestens eine der Täterinnen als „Schwulen“. Mädel trägt Rippenserienbrüche, Rippendurchspießungen und Prellungsblutungen in beiden Lungen davon. Wenige Tage später erliegt er im Krankenhaus seinen Verletzungen.