Struth-Helmershof Bergrettung steht in den Startlöchern

Rote Tupfer auf grüner Wiese – die Bergrettung Struth-Helmershof ist startklar und freut sich, die obere Hütte möglicherweise in einigen Wochen wieder öffnen zu dürfen. Foto:  

Das große Pfingstfest am Sperrhügel fällt zum zweiten Mal aus. Die Bergrettung Struth-Helmershof aber steht in den Startlöchern und ist zuversichtlich.

Struth-Helmershof - Die grüne Wiese, zwei Bäume, ein Kreuz – vereint im neuen Logo. Es prägt sich ebenso ein wie der neue Name. Bergrettung Struth-Helmershof e. V.. In Blockschrift steht er auf dem Fahrzeug. Natürlich ist er auch auf der neuen Kleidung der Bergretter zu lesen. Gerne hätten sie ihr neues Äußeres jetzt einer großen Öffentlichkeit vorgestellt.

Doch auch 2021 fällt das große Fest am Pfingstmontag aus. „Zum zweiten Mal in Folge“, sagt Steffen Ehrle als Vorsitzender der Bergrettung. Schon im vorigen Jahr hatte die Absage ihn und sein Team arg getroffen. Heuer nun ist es noch etwas schlimmer. Denn: „Es wäre das 30. Pfingstfest gewesen“, berichtet Ehrle. Das erste fand demnach 1991 statt. Damals nannte sich der Verein noch Thüringer Bergwacht Struth-Helmershof e. V..

Weil sich das DRK in der jüngeren Vergangenheit den Namen Bergwacht patentrechtlich schützen ließ, machte sich eine Umbenennung erforderlich. Aus Bergwacht Struth-Helmershof wurde Bergrettung Struth-Helmershof. Nach wie vor handelt es sich um einen eigenständigen Verein, zu dem 115 Mitglieder, davon 50 aktive, gehören. „Wir helfen regional!“, ist auf der neu gestalteten Internetseite der Bergrettung zu lesen.

Der Verein bietet im Sommer und im Winter ein breites Spektrum zur Absicherung von Veranstaltungen und ist natürlich auch entlang seines Abschnittes am Rennsteig aktiv. Auf dem Gelände der Bergrettung gibt es gleich zwei Hütten, die der Verein betreibt. Eigentümer ist die Gemeinde Floh-Seligenthal. Schulung und Weiterbildung gehört für die Bergretter selbstverständlich auch zu deren Aktivitäten. Genauso gibt es eine Nachwuchsgruppe, der zehn Kinder und Jugendliche angehören.

Momentan ruht sämtlicher Betrieb. Das Virus hat ihm einen Riegel vorgeschoben. Es bleiben Erinnerungen. Pfingstmontag herrschte zum letzten Mal 2019 auf dem Hüttengelände Trubel. Um die 1000 Gäste verbrachten damals einen stimmungsvollen Tag, der mit einem traditionellen Berggottesdienst im Freien begann. Um die Mittagszeit gab es Blasmusik. Kinderspiele waren vorbereitet und natürlich Hausmannskost. Bratwürste, Brätel, Kesselgulasch locken die Gäste Jahr für Jahr in Richtung Sperrhügel und laden zum Verweilen ein. Bei Bier vom Fass feiert man bis in die frühen Abendstunden hinein. Auf der Wiese darf sogar getanzt werden. „Das Pfingstfest ist für unseren Verein ein wichtiger Höhepunkt im Jahr“, sagt Vereinsvorsitzender Ehrle. Um die 50 Helfer stehen bereit. Anliegen ist es, den Gästen aus der Großgemeinde und der Region ein kurzweiliges Fest anzubieten, bei dem man mal abschalten kann.

Die Einnahmen kommen dem Verein zugute und sind eine wichtige Grundlage für dessen Fortbestehen. Unter anderem werden davon Technik, Verbandsmaterial und Ausbildung finanziert. „Wir müssen vorbereitet sein, wenn Hilfe benötigt wird“, sagt Steffen Ehrle. Gerade in Corona-Zeiten werde das Gebiet der Bergrettung, das sich am Rennsteig rund um den Sperrhügel in Richtung Struth-Helmershof ausbreitet, von Wanderern, Tagesausflüglern und Radfahrern stark frequentiert. Schnell sei etwas passiert und sofortige Hilfe nötig. Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Bergrettung ihren Dienst bald wieder aufnehmen darf. Steffen Ehrle und sein Team hoffen auf den Juni.

Vielleicht kann die gehisste Fahne des Vereins dann eine offene Hütte anzeigen. Die Bewirtschaftung könne über die Durchreiche im Freien erfolgen, so Ehrle. Die vorhandenen Sitzgruppen sind im Außenbereich großzügig angeordnet. Das Einhalten von Abständen ist garantiert. „In unserer Großgemeinde sind wir einer der wenigen touristischen Anlaufpunkte, wo Wanderer und Ausflügler Hilfe bekommen und rasten können“, formuliert Steffen Ehrle. Alle zusammen wünschen sich Lockerungen. Im Normalfall ist die obere Hütte an vier Wochentagen – dienstags, mittwochs und dem Wochenende – mit ehrenamtlichen Helfern besetzt. „Der Kiosk am Rennsteig ist offen, uns ist es aber nicht erlaubt“, sagt Ehrle und versteht die Welt nicht mehr. Nichtsdestotrotz richtet sich sein Blick nach vorn. Mit dem neuen Logo und der neuen Kleidung hat die Bergrettung jetzt einen riesigen Schritt getan. Bei der Finanzierung halfen regionale Unternehmen aus Struth-Helmershof. Die neue Kleidung kommt bei den Vereinsmitgliedern sehr gut an. Spätestens zum Pfingstfest 2022 wird sie vor Publikum präsentiert. Dann nämlich wird das 30. Pfingstfest, das eigentlich am kommenden Montag geplant war, nachgefeiert.

Und noch mehr: 2022 gibt es ein doppeltes Jubiläum. 1952 nämlich begann in Struth-Helmershof die Geschichte der jetzigen Bergrettung. Damals noch unter dem Namen Bergrettungsdienst.

 

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