Strengere Regeln möglich Warnstufe 1 erreicht: Regeln aber noch unklar

Das Coronavirus spielt an Schulen bisher keine große Rolle mehr. Foto: ZUMA Wire/Cdc

Im Ilm-Kreis gilt seit Sonntag die Corona-Warnstufe 1. Welche Konsequenzen das hat, war bis Montagmittag aber noch nicht endgültig geklärt.

Arnstadt - Der Ilm-Kreis hat im Corona-Frühwarnsystem des Landes die erste Warnstufe erreicht. An drei aufeinanderfolgenden Tagen waren sowohl die Sieben-Tage-Inzidenz als auch die Hospitalisierungs-Inzidenz erhöht. Welche Folgen das für die Bewohner des Landkreises hat, war am Montagmittag aber noch nicht abschließend geklärt.

Wie eine Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage von Freies Wort sagte, habe man bereits in den vergangenen Tagen eine Allgemeinverfügung vorbereitet für den Fall, dass eine Verschärfung der Regeln notwendig wird. Mit erreichen der Warnstufe habe man den Entwurf nun wie vorgesehen an das Land geschickt und wartet auf eine Genehmigung.

Wie die Sprecherin weiter sagte, sieht die Allgemeinverfügung die vom Land empfohlenen Regeln vor. Mit Warnstufe 1 sind zwingend verbunden eine Testpflicht beispielsweise für Gaststätten, Fitnessstudios, Saunen, Schwimmbäder und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, eine Testpflicht bei gewerblichen Übernachtungen (ein Test bei Anreise und zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts). Von der Testpflicht ausgenommen sind Genesene und Geimpfte. Darüber hinaus können örtliche Behörden Teilnehmerzahlen bei privaten Feiern und öffentlichen Veranstaltungen beschränken, die Genehmigungspflicht bei privaten Feiern und öffentlichen Veranstaltungen ausweiten, Kontaktbeschränkungen in geschlossenen Räumen erlassen (nur bei stark steigendem Infektionsgeschehen) und die Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren lassen.

Derweil zeigt sich, dass sich die Wiederöffnung der Schulen im Landkreis nach den Sommerferien in der vergangenen Woche nicht maßgeblich auf die Infektionslage ausgewirkt hat. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte, habe es zwar 63 positive Schnelltests an Schulen im Ilm-Kreis gegeben, keiner davon wurde aber bisher durch einen PCR-Test bestätigt. Zwei Ergebnisse stehen noch aus.

Dennoch ist auch im Ilm-Kreis zu verzeichnen, dass derzeit offenbar verstärkt Kinder und Jugendliche am Coronavirus erkranken. Von den 86 aktiven Fällen, die das Landratsamt am Freitag zu verzeichnen hatte, war jeder dritte jünger als 19 Jahre. So waren zwei Personen zwischen null und drei Jahren alt, fünf zwischen vier und sechs Jahre und 21 zwischen sieben und 18 Jahre. Als Kontaktpersonen dieser 86 Fälle standen mit Stand Freitag 162 Personen unter Quarantäne, davon waren zehn Personen zwischen null und drei Jahre alt, 50 zwischen vier und sechs Jahre und 42 zwischen sieben und 18 Jahre.

Sollte es doch in einer Schule einen bestätigten positiven Fall geben, muss derweil nicht mehr die komplette Schulklasse unter Quarantäne gestellt werden. So werden nur noch die Sitznachbarn und enge Schulfreunde in Quarantäne versetzt, sofern die Schule ausreichend präventive Schutzmaßnahmen vorweisen kann.

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