Haushalt für sieben Jahre
Der EU-Haushalt ist eines der politisch sensibelsten Themen in Brüssel. Er wird für sieben Jahre festgelegt, aktuell wird über das Budget für 2028 bis 2034 verhandelt. Finanziert wird der riesige Topf überwiegend aus einem Anteil des Bruttonationaleinkommens der Mitgliedstaaten. Daneben tragen sogenannte Eigenmittel als Einnahmequelle bei, die direkt nach Brüssel fließen - etwa Zölle auf Einfuhren aus dem außereuropäischen Ausland. Ob es neue Eigenmittel geben soll und, wenn ja, wie sie aussehen wollen, ist auch Teil der Debatte unter den EU-Staaten.
Kritik an Merz
"Kanzler Merz verhält sich destruktiv", sagte Rasmus Andresen, haushaltspolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament. Seine Forderungen, den EU-Haushalt möglichst stark zusammenzukürzen, schwäche Europa. "Während der Ratspräsident Antonio Costa gerade durch die europäischen Hauptstädte tourt und dort Botschaften hört, dass der nächste EU-Haushalt auf keinen Fall gekürzt werden darf, scharrt Merz den Klub der Sparsamen um sich herum und spaltet damit die Mitgliedstaaten immer weiter." Die Bundesregierung sollte Kompromisse formulieren und nicht die Fronten verhärten. Eine Lösung dafür könnten neue Eigenmittel sein, beispielsweise die Einführung einer Steuer auf große Tech-Konzerne.