Streik Erstmals Warnstreik bei Miwe

Erik Hande

Erstmals griffen die Beschäftigten bei MIWE in Meiningen-Dreißigacker zum Mittel des Warnstreiks, um ihre Interessen durchzusetzen. Die IG Metall Suhl-Sonneberg unterstützte das Vorgehen aktiv.

Erstmals griffen die Beschäftigten bei MIWE in Meiningen-Dreißigacker zum Mittel des Warnstreiks, um ihre Interessen durchzusetzen. Foto: /Steinhäuser

Die IG Metall Suhl-Sonneberg unterstützt die Belegschaft der MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH im Gewerbegebiet Meiningen-Dreißigacker bei der Durchsetzung einer Tarifbindung. Bisher reagierte das Unternehmen nicht auf das Gesprächsangebot der Gewerkschaft. Deshalb startete die Belegschaft am Dienstagmorgen um fünf Uhr am Firmenstandort in Meiningen erstmals einen Warnstreik. An dem nahmen etwa 55 der circa 70 Mitarbeiter der Morgenschicht teil, erklärte Thomas Steinhäuser von der IG Metall.

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„Bei eisiger Kälte und streckenweise strömendem Regen war die Stimmung heute Morgen dennoch hit-zig. Für zwei Stunden ließen die Beschäftigten nahezu komplett die Arbeit im Betrieb ruhen. Ende 2021 hat die Mehrzahl der Beschäftigten mit der IG Metall vereinbart, den Arbeitgeber zur Aufnahme von Tarifverhandlungen aufzufordern und eine Tarifbindung anzustreben“, informierte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Suhl-Sonneberg. Nach Abschluss der formalen und juristischen Voraussetzungen bot die Gewerkschaft dem Arbeitgeber dazu Anfang 2022 Sondierungsgespräche im Vorfeld von Verhandlungen an. „Alle unsere Terminvorschläge wurden vom Arbeitgeber mit unterschiedlichsten Begründungen beharrlich nicht bestätigt.“

Daher habe man die Geschäftsführung von MIWE Ende März formal zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Somit entfiel die Pflicht zur Sondierung. „Mit der formalen Aufforderung sind wir arbeitskampffrei und können die Beschäftigten zur Durchsetzung der Forderungen einbeziehen. Da der Arbeitgeber die für den 5. April angebotene Verhandlung erneut nicht bestätigte, antworteten die Beschäftigten mit Warnstreik.“

Mehr Geld, aber kein Tarif

Zwar hatte MIWE nach Ankündigung von Tarifverhandlungen ab Januar 2022 eine Entgeltsteigerung von zwölf Prozent vorgenommen, sich aber weiterhin Tarifverhandlungen verweigert.

Man werde die Geschäftsführung für kommende Woche erneut zu Verhandlungen auffordern, kündigte Thomas Steinhäuser von der IG Metall Suhl-Sonneberg an.

Man wolle vor Tarifverhandlungen erreichen , „dass wir überhaupt erst einmal eine Bestandsaufnahme der Entgeltstruktur vornehmen können“. Dies kann die Gewerkschaft nicht einseitig vornehmen, das sie dafür die Information durch das Unternehmen benötigt. Darauf aufbauend könnte in den Verhandlungen bei MIWE Meiningen eine Tarifbindung einvernehmlich umgesetzt werden.

Die MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH stellt mit ihren etwa 130 Beschäftigten industrielle Backsysteme her. Weil es sich bei dem Unternehmen um einen Metallbetrieb handelt, strebt die IG Metall den Abschluss eines Tarifvertrages in Anlehnung an die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie Thüringen an.

Auf die Nachfrage von Meininger Tageblatt war von der MIWE-Geschäftsführung in Arnstein (Bayern) vor Redaktionsschluss keine Stellungnahme erhältlich.