Straßenfest Die „Ulli“ lädt zum Fest ein

Kristin Heidl (Blattwerk), Anja Heinze (Deco Natura), Christel Kübitz (Modehaus Kübitz), Nicola Bevilacqua (Restaurant Da Vinci), Eva Strauch (Reisebüro Butzer), Frank Weinelt (Fränkisches Hinterhaus), Arne Czyzyk und Peter Wollenzin (Bäckerei Groß), Steffen Schneider (Musikschule Kling-Klang), Paul Weinelt (DJ Paul), Ali Orabi (Zahrat Jabalna) und Jeanine Thürbeck freuen sich auf das Straßenfest. Foto: Peter Steinwachs

Die Vorbereitungen für das Anton-Ulrich-Straßenfest am Samstag sind in vollem Gange. Seit Wochenanfang schmücken bunte Stoffwimpel die Straße und sind Vorbote für beste Straßenfest-Atmosphäre bei hoffentlich sommerlichem Wetter.

Gut gelaunt trafen sich einige der Akteure am Dienstagvormittag, um sich noch einmal auf das Wochenende einzuschwören. „Wir geben gemeinsam unser Bestes für ein buntes Straßenfest“, freut sich Meiningen GmbH Geschäftsführerin Jeanine Thürbeck über die freudige Stimmung vor Ort. Beim Blick in die Runde zeigt sich, wofür die „Ulli“ auch steht: für die Vielfalt. „Wie in jedem guten Szeneviertel, leben hier verschiedene Kulturen Seite an Seite und bereichern das Quartier mit einem lebendigen Mix.“ Jeanine Thürbeck hofft deshalb darauf, dass viele Anwohner dem Aufruf folgen werden, gemeinsam mit vielleicht noch unbekannten Nachbarn Kaffee zu trinken, zu musizieren oder einfach nur den Tag zu genießen.

Zu zeigen, dass „die Ulli fetzt“, war der Meiningen GmbH ein wichtiges Anliegen und mit der Einladung an alle Anlieger der Anton-Ulrich-Straße, gemeinsam ein Straßenfest zu gestalten, trifft sie bei den Gewerbetreibenden vor Ort genau ins Schwarze. „Die Idee finde ich super“, erklärt Christel Kübitz, Inhaberin des Modehauses in der Nummer 8. Sie sei gespannt, wie viele mitmachen. „Wenn wir uns alle gemeinsam anstrengen, wird es sicherlich ein Erfolg.“

Ganz neugierig auf das erste Anton-Ulrich-Straßenfest ist auch Anja Heinze. Vor zweieinhalb Jahren, im Dezember 2019, eröffnete die Meiningerin ihr kleines Geschäft „Deco Natura“ mit regionalen Naturprodukten und Dekorationsartikeln in der Hausnummer 31. „Die Anton-Ulrich-Straße gehört für mich schon immer zum Herzen Meiningens dazu“. Gleichzeitig wisse sie, dass für viele Einkaufslustige die Shoppingtour durch die Innenstadt auf dem Markt an der Kirche ende. Umso mehr freut sie sich, „dass wir nun extra was für die Straße machen.“

Bekannte Straße neu entdecken

„Früher war hier mehr los“, weiß Peter Wollenzin. Nur zwei Eingänge weiter, in der Bäckerei Groß, begann er 1987 seine Lehre und übernahm schließlich 2006 das Geschäft. Er lebe von der Stammkundschaft und stünde deshalb nicht vor den Herausforderungen, wie andere in der Straße. Für Kristin Heidl, die gemeinsam mit ihrer Mutter Corina seit 18 Jahren den Blumenladen „Blattwerk“ führt, ist die wenige Laufkundschaft am Ende der Anton-Ulrich-Straße eher schade. „Es ist gut, dass in der Straße mal wieder was los ist“, freut sie sich deshalb auf das Fest, dass sie und viele andere engagierte Geschäftsleute aus der „Ulli“ mit viel Mühe gestalten werden. Gerne geben Heidls daher auch ihre angemieteten Firmenparkplätze auf dem gegenüberliegenden „Bermudadreieck“ her und ermöglichen damit der Musikschule Kling-Klang hier eine Bühne aufzustellen. Diese wiederum bekam Musikschulen-Inhaber Steffen Schneider über Anja Heinze und ihre Familie. So haben zwei Schülerbands am Samstag 13 und 15 Uhr die Gelegenheit, ihre Programme zu präsentieren. Im Gespräch mit den Organistoren wird einmal mehr deutlich, dass das Fest zu einem echten Gemeinschaftsprojekt geworden ist, bei dem sich alle mit Leib und Seele für die gleiche Sache einsetzen: ihre Anton-Ulrich-Straße.

Neben den zahlreichen Angeboten der Händler und Gastronomen darf natürlich einer nicht fehlen: Herzog Anton-Ulrich höchstselbst wird am Samstag auf seiner Straße flanieren und zum Hoffest im Fränkischen Hinterhaus einladen. Der Mann im Kostüm, Ur-Meininger Frank Weinelt, lebt selbst seit 21 Jahren in der Anton-Ulrich-Straße. Auch wegen seines Faibles für die Herzogsfamilien von Sachsen-Meiningen, gibt er augenzwinkernd zu, und hebt unvermittelt zum Vortrag über den 6. Herzog, den Ur-Großvater des Theaterherzogs Georg II. und Vater von 18 Kindern, an. Für Gäste, die mehr über Anton Ulrich erfahren wollen und die ein oder andere historische Kostbarkeit entdecken möchten, lohnt sich also die Begegnung mit Frank Weinelt und eine Führung durch seine „kuriosen Sammlungen“ im Fränkischen Hinterhaus.

Besucher sind am Samstag von 10 bis 18 Uhr eingeladen, die Anton-Ulrich-Straße zu entdecken und in den Geschäften zu stöbern. Die Ulli fetzt-T-Shirts gibt es übrigens solange der Vorrat reicht bis Freitag in der Tourist-Information und zum Straßenfest am 9. Juli im Deco Natura (Anton-Ulrich-Straße 31).

Autor

 

Bilder