Ein Flattern, ein Aufschrei, dann ein dumpfer Aufprall. In einem Garten am Rande von Melkers liegt ein Storch – reglos, mit zerzaustem Gefieder, der Flügel verdreht. Ganz in der Nähe, auf einem 33 Meter hohen Schornstein, ein Nest. Drei Jungtiere hocken dort, die Schnäbel in den Wind gereckt, die Hälse lang, als warteten sie. Und tatsächlich: Etwas fehlt. Minuten vergehen. Dann Stunden. Die ersten Blicke richten sich nach oben, voller Sorge. Niemand weiß: Ist das verletzte Tier eines der Elterntiere? Und wenn ja – was bedeutet das für die Brut? In diesen Momenten scheint die Geschichte in eine traurige Richtung zu kippen. Noch ist nichts entschieden. Aber alles steht auf dem Spiel. Fast hätte es eine traurige Wendung genommen: Ein taumelnder Storch, ein abgestürztes Tier, ein zerstörter Flügel. Mitten in der Brutzeit blicken alle Augen auf das hoch oben gelegene Nest in Melkers. Die Sorge war groß, die Ungewissheit quälend. Noch schien unklar, ob das Nest bald verwaist sein würde. Erste Stimmen sprachen von einem tragischen Verlust. Doch das, was wie ein schwerer Rückschlag aussah, stellte sich nur einen Tag später als Irrtum heraus. Aber was war genau passiert?