Stolperstein in Sonneberg Schüler setzen Zeichen des Erinnerns

Im Rahmen einer Projektarbeit haben sich Schüler der Sibylle-Abel-Schule mit den Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. Ein Stein zeugt davon und von Leid.

An dieser Stelle wurde Otto Bergner 1942 verhaftet. Hier setzten Schüler im Beisein auch der Familie Bergners einen sogenannten Stolperstein. Foto:  

Ein Jahr voller Recherche, Gespräche und intensiver Auseinandersetzung mit der Vergangenheit fand am 26. März seinen bewegenden Höhepunkt: Die Schülerinnen und Schüler Emilia, Annik, Celina und Nick der 10. Klasse der Sibylle-Abel-Schule setzten gemeinsam mit ihrer Betreuerin Isabel Kämpfer einen Stolperstein für Otto Bergner in der Otto-Bergner-Straße in Sonneberg.

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Ein Andenken für die Schüler und ihre Betreuerin. Der QR-Code führt direkt zum Standort des Stolpersteins. Foto: privat

In einer würdevollen und zugleich sehr emotionalen Zeremonie versammelten sich zahlreiche Anwesende – darunter Doris Motschmann, Frau Dornheim und Herr Kotulla, Herr Rempel, Vertreter des Bauamtes Sonneberg, die Schulleiterin Frau Salzer, ihre Stellvertreterin Frau Krauß sowie sämtliche Mitglieder der Familie Bergner. Gemeinsam hielten sie inne, um eines Menschen zu gedenken, dessen Schicksal nicht vergessen werden darf, berichtet eine Sprecherin der Sibylle-Abel-Schule der Redaktion.

1945 wurde Otto Bergner im Konzentrationslager Buchenwald ermordet. Foto: Isabel Kämpfer

Die Schülerband eröffnete die Veranstaltung mit einfühlsamer Musik und schuf damit einen Moment der Stille und des Nachdenkens. Sichtlich bewegt, berichteten die Schüler im Anschluss von ihrer intensiven Arbeit an diesem Projekt – von der ersten Begegnung mit der Geschichte Otto Bergners bis hin zu dem tiefen Verständnis, das im Laufe des Jahres für die Umstände und den Verlauf des Nationalsozialismus gewachsen ist. Ihre Worte machten deutlich, wie sehr sie das Schicksal Otto Bergners berührt hat und wie wichtig es ihnen geworden ist, Erinnerungen lebendig zu halten.

Gemeinschaftliches Engagement

Besonders eindringlich war die anschließende Danksagung, in der die Jugendlichen und Isabel Kämpfer all jenen ihre Wertschätzung ausdrückten, die sie auf diesem Weg unterstützt haben – und damit zeigten, wie viel gemeinschaftliches Engagement hinter diesem Projekt steht.

Als bleibendes Zeichen wurde zudem in der Schule eine Fotografie des Steins mit einem QR-Code angebracht. Dieser führt direkt zum Standort des Stolpersteins und lädt andere Schüler, aber auch Besucher dazu ein, sich weiterhin mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Die Verlegung dieses Stolpersteins ist mehr als ein symbolischer Akt – sie ist ein stilles Versprechen, waren sich die Teilnehmer einig und betonen zum Stolperstein: „Er ist zwar klein – und doch steht er für etwas sehr Großes: für das Erinnern, für das Innehalten und für die Verantwortung, die wir alle tragen.“