Stil und Spaß in Erlau Waldbad-Nächte sind lang

Karin Schlütter

Nachtbaden am Freitag, Weiße Nacht am Samstag und Bühnenweihe am Sonntag – ein langes Party-Wochenende lockt am Wochenende hunderte Besucher ins Erlauer Waldbad.

Super-Mario“, wie die Erlauer Waldbadfreunde Schwimmmeister Mario Zerrenner gerne nennen, hat mit den Freunden vom Sportverein Grün-Weiß und vielen Stammgästen drei Tage Spaß im Freibad organisiert Und da ging im wahrsten Sinne die Post ab.

Kenner wissen natürlich, dass es vom Grund des Waldbad-Areals auch am heißen Sommerabenden kühl hereinzieht. „Wir haben früher bei Filmnächten oder anderen Veranstaltungen eingemummelt vor der Bühne gesessen“, erinnert sich Gudrun Pusch. Gut beraten, wer in den heißen Partynächten was zum Drüber ziehen mit hatte. Aber die leichte Kühlung tut der Stimmung keinen Abbruch.

Nach dem regnerischen Freitag wird der Abend noch richtig schön. Mehr als 100 Badegäste sind an Deck, um das Nachtbaden im Lichterschein und mit Musik in romantischer Atmosphäre unbegrenzten Badespaß zu erleben. „Da hatte das Wasser immerhin noch 22,5 Grad, während die Luft gerade mal 16 Grad Celsius hatte“, erzählt der Schwimmmeister. Die Weiße Nacht am Samstag brach alle Rekorde. Es war längst Sonntag, als die letzten gegen 2.30 Uhr das Bad verließen, war zu hören.

Wer hat, trug Weiß und kam mit Picknickkörbchen an die langen weiß gedeckten Tafeln, traf sich mit netten Menschen, die er mitunter lange nicht gesehen hatte und feierte die herrliche Juli-Nacht mit Musik im Lichterschein. Wenn Marion auf seinem Lieblingsplatz oben am Hang vor der alten Buche steht und hinunter schaut auf das Bad mit dem fröhlichen Getümmel im Sommerfeeling, wird ihm das Herz weit.

Das ist sein „Badeland“ für das er brennt, für das er viele Mitstreiter motiviert hat, um das Bad nicht nur zum Spaß im Wasser herzurichten, sondern auch als Veranstaltungsort wieder fit zu machen. Seit drei Jahren ist das Gelände auch Baustelle. Nun steht eine neue rustikale Bühne da als würde sie Wind und Wetter trotzen und für die Ewigkeit gebaut sein.

Drei Jahre haben viele engagierte Leute, nicht nur aus Erlau, auch aus Eisfeld, Schleusingen, Suhl und Hildburghausen in vielen Arbeitseinsätzen vieles gebaut („Freies Wort“ vom 30. Juni). „Noch ist der Feinschliff zu erledigen einiges zu tun, das Waldbad soll zum Veranstaltungsort werden – für Konzerte, Kabarett, Filmnächte. Letztere sind schon für diesen August geplant, verriet Mario Zerrenner als er die Besucher am Sonntagvormittag zur Bühneneinweihung begrüßt.“ Mit dem erhofften geistlichen Beistand hat es zwar nicht geklappt.

Keiner der drei Schleusinger Pfarrer hatte an diesem Vormittag dazu Zeit, bedauert er. Zeit und Lust, diese Bühneneinweihung zu begleiten hatten dagegen „Die Hiesigen“, die mit Blasmusik zum Frühschoppens aufspielten, und der Gesangverein „Liederkranz“, der endlich mal wieder vor Publikum singen konnte.

Und die Gulaschkanone der Feuerwehr Erlau rückte auch schon für das Mittagessen an. Dann nahte der eigentliche Moment. St. Kilians Ortsteilbürgermeister Robin Lützelberger dankte noch einmal dem Initiator: „Ohne Mario gäbe es das hier nicht. Er hatte die Idee, er hat motiviert und aktiviert und unermüdlich gewirkt.“ Bei soviel Engagement fiel es auch dem Ortsteilrat St. Kilian nicht schwer, das Bühnenprojekt aus dem Gemeinde-Budget mit 1500 Euro zu fördern, erinnert St. Kilians Orts-Chef.

Gemeinsam tauften Robin und Mario dann die neue Bühne mit einer Flasche Rotkäppchen alkoholfrei. Aber oje, beim ersten Versuch hielt die Flasche stand. Aber dann schäumte der Sekt. Mögen auf dieser Bühne noch viele Laienkünstler und Profis das Publikum unterhalten.

 

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