Stichwahlen Gregor, Enders und Brodführer sind Landräte

, aktualisiert am 10.06.2024 - 00:45 Uhr

Die Stimmbezirke der Landrats-, Oberbürgermeister und Ortsbürgermeister-Stichwahlen sind ausgezählt. Die AfD konnte dabei keinen weiteren Landrat stellen. Den Landkreis Hildburghausen wird zudem kein Neonazi regieren.

Bild 1 von 2 Sie sind die neuen Landräte: In Hildburghausen Sven Gregor (links, Freie Wähler) im Ilm-Kreis verteidigt Petra Enders (parteilos) ihr Amt. Und für den Wartburgkreis wird Michael Brodführer (rechts, CDU und bisher Bürgermeister Bad Liebenstein) ins Landratsamt in Bad Salzungen einziehen. Foto: Montage/Stefan Krug

Nach Auszählung aller 127 Stimmbezirke im Landkreis Hildburghausen liegt Sven Gregor (Freie Wähler) mit 69,5 Prozent vor Neonazi Tommy Frenck. Der erzielte 30,5 Prozent. In der kleinen Gemeinde Grimmelshausen, in der Frenck im ersten Wahlgang sein bestes Ergebnis erzielte, unterlag dieser knapp mit 48 zu 52 Prozent. Ingesamt aber kam Frenck bei der Stichwahl auf mehr als 10.000 Stimmen. Im ersten Wahlgang waren es 8422 Stimmen. Mit Protest, so die Meinung vieler auf der Wahlparty des neuen Landrates, habe dieses gute Abschneiden von Tommy Frenck nun nichts mehr zu tun. Die Wahlbeteiligung im Landkreis lag bei 66,8 Prozent.

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Im Wartburgkreis ist Michael Brodführer (CDU) neuer Landrat. Nach Auszählung aller 223 Stimmbezirke ist der bisherige Bürgermeister von Bad Liebenstein 63 Prozent klarer Sieger. Sein Konkurent von der AfD, Uwe Krell kam auf 37 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 60 Prozent.

In Großbreitenbach im Ilm-Kreis macht sich nach 20 Uhr so langsam Erleichterung breit. Da ist Petra Enders rein rechnerisch schon Landrätin im Ilm-Kreis. Auch wenn ihre Wahlparty-Gäste schon anstoßen wollen - Enders will warten, bis das Ergebnis final bestätigt ist. Dann sind alle 136 Stimmbezirke ausgezählt. Sie  führt mit 65,6 Prozent vor Berufsschullehrer Ralf Gohritz von der AfD mit 34,4 Prozent. Die Amtsinhaberin Petra Enders (parteilos) kann auf ihren Sieg anstoßen. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,4 Prozent.

Bei den Stichwahlen um Landratsposten in Thüringen ist die AfD am Sonntag leer ausgegangen. In keinem der neun Landkreise, in denen AfD-Kandidaten den zweiten Wahlgang erreicht hatten, reichte es für einen Sieg. Allerdings erzielte die Partei bei der Europawahl einen deutlichen Erfolg. Allein im Landkreis Sonneberg legten die Blauen unter ihrem AfD-Landrat Robert Sesselmann zu. In einem Ort stimmte jeder Zweite für sie. In Suhl wählte jeder Dritte die AfD.

Oberbürgermeister-Stichwahlen

In Eisenach gewinnt  der Christdemokrat Christoph Ihling die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt. Er liegt mit 57,3 Prozent deutlich vor Herausforderer Jonny Kraft von der SPD (42,7 Prozent). Damit wechselt die Rathausführung in der Wartburgstadt von der Linken zur CDU.

Auch in der Landeshauptstadt Erfurt steht ein Machtwechsel bevor. Der langjährige Amtsinhaber Andreas Bausewein (SPD) unterliegt deutlich seinem CDU-Herausforderer Andreas Horn.

Ebenso fiel am Sonntag auch bei etlichen Ortsteil- und Ortsbürgermeisterwahlen die Entscheidung in der Stichwahl.

Weitere Landrats-Stichwahlen

Im Unstrut-Hainich-Kreis unterliegt der langjährige SPD-Landrat Harald Zanker. Im ersten Wahlgang lag Zanker mit knapp 40 Prozent im Vergleich zu Thomas Ahke von der Freien Wählergemeinschaft noch klar vorn. Nach Auszählung aller 123 Stimmbezirke erreichte Ahke 57,4 Prozent und Zanker 42,6. Bei der Landratswahl im Eichsfeld liegt die CDU-Kandidatin Marion Frant deutlich vor dem AfD-Kandidaten Marcel König. Im Altenburger Land gestaltete sich die Stichwahl zwischen den CDU- und AfD-Kandidaten durchaus spannend. Uwe Melzer von der CDU erzielte nach Auszählung aller 104 Stimmbezirke 55 Prozent und Heiko Philipp (AfD) 45 Prozent. Hier lag die Wahlbeteiligung über 58 Prozent.

Und auch im Landkreis Greiz war zur Stichwahl zwischen CDU und AfD-Kandidaten aufgerufen worden. Hier kam Ulli Schäfer von der CDU auf 63,8 Prozent und Kerstin Müller von der AfD brachte es auf 36,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 63 Prozent. Im Kreis Gotha wiederum kann Landrat Onno Eckert (SPD) wohl in eine weitere Amtszeit gehen. Nach Auszählung fast aller 171 Stimmbezirke steht es 62,7 zu 37,3 Prozent gegen den AfD-Kandidaten Stephan Steinbrück. Die CDU stellt auch die kommenden sechs Jahre den Landrat im Kreis Sömmerda. Der CDU-Bewerber Christian Karl erhielt am Sonntag nach Daten des Landeswahlleiters 59,4 Prozent der Stimmen und wird damit neuer Chef im Landratsamt. AfD-Bewerber Stefan Schröder, bisher Fraktionschef im Kreistag, bekam in der Stichwahl 40,6 Prozent der Stimmen.