Steinbach-Hallenberg Mobiltelefon ersetzt fehlende Türglocke am Rathaus

Zwar hat das Steinbach-Hallenberger Rathaus einen Glockenturm, was aber fehlt, ist eine Türglocke, im hineinzugelangen. Foto: Sascha Willms

Wer einen Termin im Steinbach-Hallenberger Rathaus ergattert hat, sollte ein Handy mitbringen, damit der Weg am Ende nicht umsonst war. Der Ruf nach einer Klingel wird laut, bestellt ist sie bereits.

Steinbach-Hallenberg - Die Viernauer Karnevalisten haben es in ihrem närrischen Video vorgemacht, als sie sich über ein Fenster Zutritt zum Rathaus verschafften, um trotz Besuchsverbots im Coronajahr an Zepter und Schlüssel des Stadtoberhauptes heranzukommen.

Doch Scherz beiseite: Wie kommen Bürger denn nun tatsächlich ins Rathaus, wenn sie ein dringendes Anliegen haben, fragt Renate Marr in der Lokalredaktion nach. Jemand aus der Verwandtschaft sei unvermittelter Dinge wieder gegangen, weil sich die Rathaustüre einfach nicht auftat. „Es gibt doch auch heute noch Menschen, die nicht immer ein Telefon einstecken haben“, gibt sie zu bedenken. Obwohl die pensionierte Oberschönauerin früher selbst im Rathaus arbeitete, hatte auch sie keinen Ratschlag auf Lager.

Weil es das Problem bisher nicht gegeben habe, bestätigt Bürgermeister Markus Böttcher auf Nachfrage. Die Stadtverwaltung sei während der normalen Öffnungszeiten bisher stets ein offenes Haus gewesen, eine Klingel erübrigte sich. Aber in Corona-Zeiten ist eben nichts normal, seit Wochen sei die Verwaltung schon für den Besucherverkehr geschlossen. Eine eigene Pforte, wie in größeren Verwaltungen, gebe es hier nicht.

Erste Prämisse im Lockdown sei es deswegen, so viele Anliegen, wie möglich, telefonisch zu klären. Falls die persönliche Anwesenheit doch nötig sei, dann ebenfalls nur nach telefonischer Voranmeldung. Zur vereinbarten Zeit vor dem Rathaus helfe dann ein kurzer Anruf und ein Mitarbeiter öffne die Tür. Entweder im zuständigen Amt oder unter der zentralen Rufnummer (03 68 47) 38 00. Die Viernauer Außenstelle ist derzeit noch ganz geschlossen.

Das Problem der fehlenden Glocke sei natürlich bekannt, eine Lösung längst in Arbeit. Doch werde ein simpler Haustürgong heutigen Vorgaben – in Zeiten von Vernetzung und Digitalisierung – eben längst nicht mehr gerecht. So müsse die Klingel, inklusive Wechselsprechanlage und elektronischem Türöffner, in die neue Hausalarm- und IT-Anlage integriert werden, erklärt Böttcher. Das Projekt sei geplant, aber die Umsetzung verzögert sich bislang – auch in diesem Fall wegen der Pandemie, schildert er die Krux.

Bürgern, die während der coronabedingten Schließung persönlich in der Verwaltung erscheinen müssen, sei deswegen bis dahin ein Handy ans Herz gelegt. Die Durchwahlen zu den entsprechenden Ämtern finden Bürger auf der Internetseite der Stadtverwaltung.

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