Steinbach-Hallenberg Generation Foodie im Haselgrund?

Annett Recknagel
Das einstige Heimatlon steht seit einiger Zeit leer. Eignet es sich für ein Pop-Up- Restaurant? Foto: Annett Recknagel

Wird das Heimatlon von Kati Wilhelm in Steinbach-Hallenberg zum Pop-up-Restaurant? Im jüngsten Stadtrat kam ein entsprechender Vorschlag. Wie darauf reagiert wurde, lesen sie hier.

 
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Fehlendes Personal, private Verpflichtungen, ehrenamtliche Termine und die Coronazeit – all das zollte Tribut. Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm musste ihr „Heimatlon“ 2022 schließen. Rein äußerlich macht es immer noch einen guten Eindruck. Damit es nicht noch mehr verwaist, meldete sich in der letzten Stadtratssitzung die Wählergemeinschaft Haselgrund zu Wort.

Um die Innenstadt attraktiver zu gestalten, schlug man vor, in der leer stehenden Immobilie ein Pop-up-Restaurant entstehen zu lassen. Dahinter verbirgt sich ein neuer Trend, der mit neuen Konzepten, ungewöhnlichen Locations und kreativen Details die Generation Foodie ansprechen soll. Die wiederum ist mit einer besonderen Food-Kultur (Food, dt. Essen) groß geworden. Ernährung hat in den verschiedenen Generationen unterschiedliche Bedeutung. Jüngere Leute sind mit einer anderen Ernährungs- und Snackingkultur groß geworden als deren Vorgängergeneration.

Der Wunsch nach Neuem und ständig Wechselndem wird durch Pop-up-Restaurants und Bars auf besondere Art gestillt. Sie öffnen für kurze Zeit ihre Türen, bieten den Gästen ganz spezielle Erlebnisse und verschwinden dann wieder von der Bildfläche. Knappheit wird bewusst zum Marketingkonzept. Jeder will wissen, was in dem Pop-up-Restaurant angesagt ist, um mitreden zu können und verkehrt deshalb dort. Wie lange solch eine Location besteht, entscheidet jeder Betreiber selbst. Ein halbes Jahr, mehrere Monate oder auch nur einige Tage sind möglich.

Die Wählergemeinschaft Haselgrund schlug vor, eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden und sich mit den Rahmenbedingungen für solch ein Projekt zu befassen. In der AG sollten Vertreter der Stadtverwaltung, der Touristinformation und interessierte Bürger mitarbeiten. In der Diskussion wurde der Vorschlag positiv aufgenommen. Jana Endter beispielsweise fand die Idee sehr charmant, gab aber zu bedenken, zunächst zu prüfen, ob man nicht einen Gastronomen finde, der einen langfristigen Betrieb anstrebe.

Bürgermeister Markus Böttcher bezeichnete das Pop-up-Restaurant als eine Möglichkeit. Immerhin gebe es in den Städten einen anhaltenden Trend dafür. Sollte man einen Betreiber finden, dann hätte sich die Sache erledigt.

Deshalb schlug er vor, diese Idee in den Sozialausschuss zu geben und stellte dementsprechend einen Antrag zur Geschäftsordnung, der mit elf Ja und vier Nein-Stimmen angenommen wurde. Damit war das Thema im Stadtrat vom Tisch. Was nun bedeutet, dass sich der Sozialausschuss gemeinsam mit den genannten Personengruppen der Thematik annehmen und dem Stadtrat berichten wird.

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