Sagt uns der Begriff Dreistädtereisen aus der Zeit kurz vor der friedlichen Revolution in der DDR noch etwas? Er hängt mit den im Osten Europas herumstehenden herrenlosen DDR-Autos zusammen, die ihren Besitzer verloren hatten. Und es war die Umschreibung für Republikflucht. Durch den löchrigen Grenzzaun zwischen Ungarn und Österreich, für den das Geld für die Reparatur fehlte, schlüpften viele Deutsche zu Fuß, die sich dann in der westdeutschen Botschaft in Wien wiederfanden und dort auf die Bewilligung ihrer Reise in die BRD warteten. Sie landeten im Auffanglager in Gießen. Für Zeitzeugen ein unvergessliches Ereignis – die Reise Budapest-Wien-Gießen.
Stasi-Unterlagen-Archiv Suhl Papiermauer und Todesstreifen
Jutta Rapp 07.07.2026 - 11:59 Uhr