Erinnern Sie sich? Baden-Württemberg warb einst mit „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ für den Wirtschaftsstandort im Südwesten Deutschlands. Die Kampagne gilt bis heute als unerreicht in der Standortwerbung. Sie hatte alles, was gute Werbung ausmacht. Einen eingängigen Slogan, bei dem sofort jeder wusste, welches Bundesland da gemeint ist. Es hatte die nötige Portion Ironie, die zeigte, dass die, die hier auf sich aufmerksam machen wollen, sich selbst nicht zu ernst nehmen. Das alles machte Baden-Württemberg sympathisch. Seitdem werden Standortkampagnen daran gemessen. Und meistens schneiden sie im Vergleich dazu schlecht ab. So musste Thüringens Kampagne mit dem Slogan der Denkfabrik seinerzeit viel Kritik einstecken, obwohl der im Nachhinein betrachtet gar nicht so schlecht war, wie viele ihn machen wollten. Auch die Kampagne, die darauf hinwies, dass aus Thüringen mehr kommt als man gemeinhin denkt, entfaltet erst in der Rückschau ihre Wirkung. Und nun? Soll Thüringen zum Grünen Herzen werden. Wieder einmal. Und Fachleute und solche, die sich dafür halten, streiten darüber, ob Thüringen damit nicht auf braunen Spuren wandelt. Schade, dass Thüringen zwar vieles kann, aber Landeswerbung immer schiefgeht. Seite 3 jolf.schneider@insuedthueringen.de
Standortmarketing Wir können alles. Außer Werbung.
Jolf Schneider 26.08.2026 - 06:00 Uhr