Stadtwerke Meiningen Gaspreis geht weiter in die Höhe

hi
Der Gaspreis steigt bei den Stadtwerken um 3,63 Cent pro Kilowattstunde. Foto: Michael Bauroth

Zum dritten Mal erhöhen die Meininger Stadtwerke in diesem Jahr den Gaspreis. Nach den Anstiegen zum 1. Januar und 1. September müssen die Kunden ab 1. November erneut tiefer ins Portemonnaie greifen.

Der Energiemarkt ist aus den Fugen geraten. Das bekommen die Kunden überall zu spüren – auch bei den Meininger Stadtwerken. Das kommunale Unternehmen erhöht zum 1. November erneut den Gaspreis, der erst in diesem Monat nach oben ging. Künftig müssen die Kunden noch einmal 3,63 Cent mehr pro Kilowattstunde (inklusive 19% Mehrwertsteuer) bezahlen.

Nach Auskunft von Stadtwerke-Bereichsleiter Oliver Plambeck ist der neuerliche Preisanstieg erforderlich, um so die von der Bundesregierung beschlossenen Umlagen zum 1. Oktober auszugleichen. Gemeint sind die Gas-Sicherungsumlage, die zum Ausgleich der hohen Beschaffungskosten der Gasimporteure dient, sowie die Speicherumlage, mit der die Kosten der nationalen Speicherbefüllung abgefedert werden sollen. Zudem erhöht sich ab Oktober die sogenannte SLP-Bilanzierungsumlage, mit der der zu erwartende Fehlbetrag aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie gedeckt werden soll. In Summe ergibt sich daraus ein Betrag von 3,63 Cent pro Kilowattstunde, die den Stadtwerken als Erdgaslieferant in Rechnung gestellt wird. Das Unternehmen gibt die Umlagenkosten an die Kunden weiter. „Allein vom 1. Oktober bis 31. Dezember dieses Jahres betragen die Kosten daraus etwa eine Million Euro. Das können wir nicht kompensieren“, begründet Plambeck die Entscheidung.

Wegen der Kürze der Zeit und der Vorschrift, dass Kunden über Preisanpassungen mindestens sechs Wochen im Voraus informiert werden müssen, kommt die Umlagen-Weitergabe nicht schon im Oktober, sondern einen Monat später.

Niedrigere Mehrwertsteuer

Bei all den Negativnachrichten gibt es einen Trost. Die Bundesregierung will von Oktober dieses Jahres bis März 2024 die Mehrwertsteuer auf Erdgas von 19 auf 7 Prozent senken. Bundestag und Bundesrat müssen dem Vorschlag noch zustimmen. Damit ließen sich die Preisanstiege zumindest teilweise etwas abfangen. Dank steuerlicher Umsetzungsspielräume und einer Stichtagabrechnung zum 31. 12. werden die Stadtwerke den niedrigeren Steuersatz für das gesamte Jahr – also vom 1. 1. bis 31.12.2022 – berücksichtigen.

Oliver Plambeck verdeutlicht den Effekt mit einem konkreten Beispiel: Angenommen, ein Kunde im Tarif meiningen.gas verbraucht 20 000 Kilowattstunden im Jahr 2022. Der Nettorechnungsbetrag würde auf das gesamte Jahr gerechnet etwa 1950 Euro betragen. Mit eingerechnet sind hier bereits der Preisanstieg zum 1. September wegen der gestiegenen Beschaffungskosten und die Erhöhung zum 1. November aufgrund der höheren Gasumlagen. Auf den Jahresnettobetrag gerechnet würde die Steuerlast bei 19 Prozent Mehrwertsteuer 370,50 Euro betragen, bei 7 Prozent lediglich 136,50 Euro. Die Steuerersparnis beträgt hier also 234 Euro.

„Die Erhöhungen des Gaspreises im September und November können damit je nach Verbrauchsverhalten zu einem großen Teil kompensiert werden“, betont der Stadtwerke-Bereichsleiter.

 

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