Stadtrat Schmalkalden Ohne Gepäck in die Sommerpause

Von Bürgermeister Thomas Kaminski (links) vereidigt wurden die neuen Ortsteilbürgermeister von Wernshausen, Horst Machner (Mitte) und von Springstille Alexander Wagner. Foto: Schönewald/Susann Schönewald

Viel zu erledigen hatte der Stadtrat Schmalkalden am Montagabend, bevor die Sommerpause beginnt. Neben Baumaßnahmen wurden auch Projekte angeschoben, wie ein 24-Stunden-Laden für den Ortsteil Mittelstille.

Gegen 21.30 Uhr schloss Stadtratsvorsitzender Thomas Lorenz am Montagabend die letzte öffentliche Sitzung des Rates vor der Sommerpause. Hätte AfD-Fraktionsvorsitzender Jan Abicht mit Blick auf die Uhr nicht ein Ende der Diskussion angemahnt, hätte sich diese im Kleinklein verloren. Themen gab es reichlich zu besprechen, auch solche, die nicht auf der Tagesordnung standen. 14 Punkte umfasste diese im öffentlichen Teil, darunter sieben Beschlüsse, die alle einstimmig gefasst wurden. Nur bei zwei Vorlagen protokollierte die Schriftführerin eine Gegenstimme. Neu in der großen Runde waren Horst Machner und Alexander Wagner. Sie sind seit dem 12. Juni die neuen Ortsteilbürgermeister in Wernshausen beziehungsweise Springstille. Am Montag wurden sie von Bürgermeister Thomas Kaminski vereidigt.

Was wurde beschlossen? Weiter voran geht es mit der Entwicklung eines neuen Wohngebietes an der Roßdorfer Straße im Ortsteil Wernshausen. Allerdings in einem reduzierten Umfang. Da im Bereich des ausgewiesenen Bebauungsplangebietes mit dem schwarzblauen Wiesenknopf-Ameisenbläuling eine seltene Schmetterlingsart heimisch ist, wurde der Abschnitt, in Abstimmung mit der Fachbehörde, zwischen der Roßdorfer Straße und dem Flusslauf „Rosa“ aus dem Geltungsbereich des B-Planes herausgelöst. An der Roßdorfer Straße sollen Bauplätze für etwa 40 Eigenheime erschlossen werden. Die Nachfrage ist, Bürgermeister Kaminski zufolge, groß.

Über drei Baumaßnahmen, die im genehmigten Haushaltsplan für das laufende Jahr bereits enthalten und mit Fördermitteln von Bund und Land untersetzt sind, musste der Stadtrat noch einmal abstimmen. Weil das die Kommunalaufsicht so will. Das betrifft zum einen die 2022/2023 geplante Umgestaltung der Parkanlage „Platz Fontaine“, der fünfte Abschnitt der Neugestaltung des Grüngürtels zwischen den einstigen Stadtmauern. Der Auftrag ist an das Landschaftsarchitekturbüro RoosGrün vergeben. Laut Thomas Kaminski soll der „Eingriff in den Park moderat sein“. Auf einen neuen Spielplatz können sich die Mädchen und Jungen des Waldkindergartens Breitenbach freuen. In den kommenden zwei Jahren soll er entstehen. Die beantragten Fördermittel sind genehmigt, werden über den Freistaat Thüringen, das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum (TLLLR) bereitgestellt. Die Planungen sind bereits konkret, berichtete Kaminski sehr zur Freude eines aufgeräumten Mittelstiller Ortsteilbürgermeisters. Allerdings weiß auch Bernd Gellert, dass die Umsetzung des Projekts an der Klärung einer Grundstücksfrage hängt.

Spätestens im September starten soll die Neugestaltung der Gehwege „Hinter der Stadt“, einschließlich der Sanierung der Mauer. Die Planung liegt vor, der Fördermittelantrag ist gestellt. Nur bei der Beleuchtung tappt man noch etwas im Dunkeln. Darüber „müssen wir noch mal reden“, kündigte Kaminski an. Die drei genannten Baumaßnahmen kosten 570 000 Euro (379 500 Euro Fördermittel), 190 000 Euro (118 500 Fördermittel) und 723 350 Euro (665 196 Euro Fördermittel).

Zusätzlich auf die Tagesordnung gesetzt hatte der Bürgermeister das Vorhaben, in Mittelstille einen 24-Stunden-Laden aufzubauen, gemeinsam mit den Betreiber dieser Tante-Emma-Läden. Im Auge hat man den ehemaligen Konsum an der Suhler Straße.

Autor

 

Bilder